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Aachen: „Shared Space” auf dem Templergraben

Aachen : „Shared Space” auf dem Templergraben

Shared Space - das ist ein neues, innovatives Verkehrskonzept, das man vielleicht am ehesten mit „Gemeinschaftsstraße” übersetzen könnte. Es erhebt die „Rücksicht” anstelle der „Vorschrift” zum Prinzip, welches das Miteinander der verschiedenen Verkehrsteilnehmer auf einer solchen Straße regelt.

Der Verkehrsausschuss der Stadt Aachen hat einstimmig beschlossen, den Templergraben zwischen Schinkel- und Wüllnerstraße entsprechend zu planen. Die Verwaltung wird jetzt in Abstimmung mit dem Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB) einen Entwurf entwickeln, mit dem Städtebaufördermittel beantragt werden können.

Die bisherige Straßenfläche wird in diesem Bereich mit einem dunklen Basalt aufgepflastert und als großer Platzbereich konzipiert, in dem Verkehrsraum und Fußgängerbereich einen fließenden Übergang bilden. Sämtliche Parkplätze entfallen, auch Verkehrsschilder sind in dem ersten Entwurf einer Arbeitsgemeinschaft von Verkehrsplanungsbüros aus Berlin nicht mehr vorgesehen.

Die Fahrspur wird allein durch eine weiße Randmarkierung, einen voraussichtlich drei Zentimeter hohen Randstein, kenntlich gemacht. Die Bushaltestellen sollen genau gegenüberliegend angeordnet werden. Um ein barrierefreies Aus- und Einsteigen zu ermöglichen, wird dort ein 18 Zentimeter hoher Bordstein angelegt.

Die Erfahrung aus bereits existierenden Shared Space-Konzepten hat gezeigt, dass die Geschwindigkeit des Autoverkehrs durch den größeren Aufmerksamkeitsbedarf sinkt, daher kann voraussichtlich auch auf Geschwindigkeitsbegrenzungen verzichtet werden.


Planungs- und Umweltdezernentin Gisela Nacken wies in der gemeinsamen Sitzung von Verkehrsausschuss und Bezirksvertretung Aachen-Mitte darauf hin, dass zunächst nur über eine Aufteilung der Flächen, nicht aber über straßenverkehrsrechtliche Belange im Detail entschieden werde. Daher könne die von der CDU als zu gering eingeschätzte Höhe der Randmarkierung zu einem späteren Zeitpunkt noch verändert werden. Gisela Nacken versprach, in der Vorbereitung auf den Baubeschluss Alternativ-Lösungen zu erarbeiten.

Die Bezirksvertretung Aachen-Mitte nahm den Entwurf ebenfalls ohne Gegenstimmen zustimmend zur Kenntnis. Über die städtebaulichen Aspekte wird der Planungsausschuss am Donnerstag entscheiden.