Richterich: Seniorenberatungsstelle hat sich bestens bewährt

Richterich : Seniorenberatungsstelle hat sich bestens bewährt

Im Februar 2015 ging sie an den Start. Im ersten Jahr kamen 99, in den Folgejahren bis zu 150 ratsuchende Menschen in die Seniorenberatungsstelle der Malteser. „Wir sind sehr froh, dass unsere Arbeit und das kostenfreie Angebot so gut angenommen werden“, freute sich Ute Offermann-Wilden, Koordinatorin der Demenzdienste und der Seniorenberatung des Malteser-Hilfsdienstes (MHD) in Aachen-Richterich.

Sie und das Team der 30 Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtler besuchen demenzerkrankte Menschen zu Hause, begleiten an drei Tagen in der Woche Mal- und Aktivierungsgruppen und veranstalten Trommelabende. Darüber hinaus gibt es einmal im Monat einen Stammtisch für betreuende Angehörige und alle zwei Wochen einen Literaturkreis. Sowohl dementiell veränderte Menschen als auch ihre Angehörigen können die abwechslungsreichen Angebote wahrnehmen. Ganz nach dem Motto: „Alles kann, nichts muss!“.

Ein Highlight in der Beratungsstelle ist der Besuch der Vorschulkinder einmal im Monat. „Sie singen zusammen und trinken Kakao. Es ist sehr schön zu sehen, dass die Kinder keinerlei Berührungsängste haben. Am Ende des Tages haben alle, egal ob klein oder groß, ein Leuchten in den Augen“, schwärmte Ursel Rothe, ehrenamtliche Mitarbeiterin des ambulanten Demenzdienstes und des Café Maltas, einer Aktivierungsgruppe, die jeden Montag von 14.30 bis 17 Uhr zusammenkommt.

„Unsere Gäste sollen sich bei uns wohlfühlen. Sie können sein, wie sie sind, und vergessen auf diese Weise, dass sie im Alltag Defizite haben“, erklärte Offermann-Wilden. „In kleinen Gruppen von maximal sechs Personen tanzen, basteln oder backen wir — um nur ein paar Beispiele zu nennen.“ Durch die Hausbesuche oder die Angebote in der Beratungsstelle erhalten demenzerkrankte Menschen und deren Angehörige Hilfestellungen, damit sie ein möglichst langes, selbstbestimmtes Leben in ihren eigenen vier Wänden führen können.

Auch das zweimal in der Woche stattfindende Beratungsangebot wird gut angenommen. Fragen zur Demenzerkrankung, der Wohnsituation im Alter oder zum Thema Patientenverfügung werden neben vielen anderen oft gestellt. Das brachte Offermann-Wilden auf die Idee, eine kleine Bücherei ins Leben zu rufen: „Durch die Unterstützung der Bezirksvertretung und des Bezirksamts Richterich sowie der Stiftung lebendige Gemeinde St. Martinus konnten über 120 Bücher im Wert von 750 Euro zu den Themen Alter und Demenz angeschafft werden.“ Während ihrer Beratungszeiten (montags von 9.30 bis 12 Uhr und donnerstags von 15 bis 17 Uhr) ist die kostenlose Bücherei von nun an geöffnet. Wer sich ein Exemplar ausleihen möchte, muss ein kleines Pfand hinterlegen, damit die die Rückgabe sichgestellt ist.

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