Aachen: „Senioren helfen Senioren“ feiert 20-jähriges Jubiläum

Aachen: „Senioren helfen Senioren“ feiert 20-jähriges Jubiläum

Der Stolz stand den Herren ins Gesicht geschrieben, keine Frage. Der Betreuungsverein der Diakonie Aachen (BTV) hatte zu einer kleinen Feierstunde gebeten, denn der Reparaturdienst „Senioren helfen Senioren“ feierte 20-jähriges Jubiläum.

Paul Pressler ist einer der ehrenamtlichen Helfer, und das von Beginn an. Man darf ihn also ruhig ein Urgestein nennen, war er doch bei der Gründungsmannschaft dabei. Seine launigen Worte als Sprecher der aktiven Helfer zeichneten ein Bild, das den Rahmen der einfachen Dienstleistung bei weitem sprengte. Denn es ist nicht nur die Hilfe, die er und seine zehn Mitstreiter den Menschen angedeihen lassen, es sind vielmehr ein offenes Ohr, etwas Zeit, ein paar Minuten Gesellschaft, was die Kunden auch zufrieden stellt.

Denn die Idee lautet: Der Reparaturdienst hilft älteren Menschen, die sich aus Alters- und Gesundheitsgründen nicht mehr selber helfen können. Abgerechnet werden nur eine Anfahrtspauschale und eventuelle Materialkosten.

Die Anforderungen sind dabei über die ganze handwerkliche Palette verteilt. Leichte Schreinerarbeiten, Glühbirnen eindrehen, tropfende Wasserhähne, den Weihnachtsbaum auf- oder abbauen, Bilder aufhängen, Fernsehgeräte programmieren — kurz all das, wofür ein Handwerker gar nicht erst kommen würde oder aber viel zu teuer bezahlt werden müsste.

Wer den Reparaturdienst in Anspruch nimmt, hat in der Regel niemanden in seiner Nähe, der derartige Handreichungen für ihn vollzieht. So kommt Paul Pressler mit seinen Kollegen ins Spiel. „Mittlerweile haben wir viele Stammkunden“, weiß Pressler zu berichten. Manchmal steht dann schon der Kaffee oder ein Stück Kuchen bereit, wenn die Helfer an den Türen klingeln. So sind in den vergangenen 20 Jahren über 5000 Aufträge erledigt worden, und wer bei der Feierstunde zu Gast sein durfte, wurde Zeuge eines regen Auftragseingangs.

Agnes Lehnen und Maria Figge machen den Telefondienst und koordinieren die anfallenden Arbeiten, die Telefone sind montags von 10 bis 12 Uhr und dienstags von 10 bis 11 Uhr besetzt, ansonsten nimmt ein Anrufbeantworter die Wünsche entgegen. Auch ein persönlicher Besuch am Dienstag zwischen 10 und 11 Uhr ist möglich. Unterstützung können die Ehrenamtler natürlich immer brauchen, interessierte, rüstige und handwerklich erfahrene Senioren mit etwas Zeit sind willkommen.

Marion Timm vom Diakonischen Werk und Günter Schürmann vom BTV dankten für die kontinuierliche Hilfe, die die rüstigen Senioren ihren Kunden zur Verfügung stellen und bezeichneten die Leistung als Vorzeigeprojekt, wenn es um ehrenamtliches Engagement in der Gesellschaft gehe. Für Schürmann lautet das Motto der Gruppe „Mulle än weärke“.

Der Geschäftsführer des BTV, Udo Krohn-Grimberghe, zeigte sich ebenfalls beeindruckt von der Leistung in den zurückliegenden zwei Jahrzehnten und gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass dies noch lange so bleibe. Als kleines Danke schön erhielt jeder Helfer einen kleinen tragbaren Werkzeugkasten.

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