Aachen: Sechs Schulen rasen auf Bobby Cars um die Wette

Aachen: Sechs Schulen rasen auf Bobby Cars um die Wette

Was auf den ersten Blick aussieht wie der Marketinggag eines Spielzeugherstellers, stellt sich als ungewöhnliche und innovative Rennveranstaltung heraus. Ungewöhnlich, weil beim „1. Aachener Solarcup” sechs Schulen aus Aachen-Ost und -Nord auf Bobby Cars gegeneinander antreten.

Innovativ, weil die kleinen Plastikautos nur mit Solarenergie angetrieben werden dürfen. „Der Wettbewerb soll den Schülerinnen und Schülern helfen, ihre Fähigkeiten zu erkennen und auszubauen”, erklärt Projektleiterin Yvonne Debald. Die Mitarbeiterin des Fachbereichs Wirtschaftsförderung und Europäische Angelegenheiten lobt besonders den Prozess der Teamfindung. Hier müssen sich die Schüler an Unternehmen wenden und diese zur Kooperation ermutigen.

„Die Zusammenarbeit mit einem regionalen Unternehmen ist eine Vorraussetzung für die Teilnahme”, sagt Stefanie Grote aus dem Stadtteilbüro Aachen-Ost. Darüber hinaus verlangt der Wettbewerb natürlich handwerkliches Geschick beim Zusammensetzen des von Adolf Schulze erfundenen Bausatzes. Der Lemgoer Konstrukteur hat die Solarpaneelen und den Elektromotor auf einem Anhänger platziert, der an das Bobby Car angehängt wird.

135 Punkte zu vergeben

Insgesamt werden bei dem für den 11. September geplanten Wettkampf, der auf dem Gelände des Hauptsponsors Stawag ausgetragen wird, 135 Punkte vergeben. Von denen können jedoch nur rund die Hälfte beim eigentlichen Rennen erreicht werden. Der Rest wird für Technische Kreativität, Saubere Ausführung, Teamarbeit, Optisches Design, Darstellung und Kooperation mit dem Partnerunternehmen vergeben. Außerdem muss jedes Team einen Aufsatz mit dem Titel „Mein Arbeitsplatz der Zukunft” verfassen.

„Das Projekt dient der Berufsorientierung”, sagt Oberbürgermeister Marcel Philipp. „Es zeigt den Schülern, dass sich eine Idee mit Technik- und Marketingverstand umsetzen lässt.”

Der Wettbewerb wird durch das Programm „Soziale Stadt NRW” gefördert. Der von Bund und Ländern finanzierte und rund eine Million Euro schwere Jahresetat wurde unter anderem für die Sanierung des Kennedy-Parks, aber auch für weitere Verbesserungsmaßnahmen des Wohnumfelds genutzt. „Wir wollen aber nicht nur in Steine, sondern auch in Menschen investieren”, sagt die Beigeordnete und Baudezernentin Gisela Nacken. „Der Solar-Cup bringt die Kinder und Jugendlichen spielerisch mit dem Thema Technik in Berührung. Vielleicht findet der eine oder andere so seinen Traumjob.”