Sechs Pferde und ein Esel waren am Karsamstag in Walheim ausgebüxt

Pferde und Esel flott unterwegs : Polizisten verfolgen ausgebüxte Herde im Linienbus

Nicht der Osterhase war es, der am Karsamstag bei Walheim für Aufsehen sorgte: Sechs Pferde und ein Esel hielten Polizei und Anwohner in Atem. Bei ihrer Verfolgung kam sogar ein Bus zum Einsatz.

Die Tiere waren kurz nach Mitternacht am Iternberg in Walheim aufgetaucht, wie gleich mehrere besorgte Anrufer der Polizei meldeten. Vor Ort trafen die Beamten schnell auf die kleine, aber flinke Herde.

Um näher an den Tieren zu sein und ihr Kreuz- und Querlaufen über die Straße zu verhindern, eskortierten die Polizisten die Herde zu Fuß. Das erwies sich allerdings schnell als Fehler, denn die Vierbeiner waren dermaßen gut zu Fuß unterwegs, dass die Beamten – obwohl beide laut Polizei-Pressesprecher Paul Kemen „recht sportlich“ waren – nicht mehr hinterher kamen.

Sie mussten schließlich kapitulieren und stiegen in einen örtlichen Linienbus ein. So konnten die Beamten zumindest an der tierischen Truppe dranbleiben und ihren Standort ständig an die Kollegen durchgeben.

Die Verstärkung rückte währenddessen bereits aus entgegengesetzter Richtung an. Auf der Schleidener Straße in Walheim gelang es diesen Polizisten dann, die Straße so zu verengen, dass die Tiere laut Polizeibericht „tempomäßig einen Gang runterschalten mussten“.

Mit derart gedrosseltem Tempo ließen sich die Pferde und der Esel wenig später in einen Vorgarten mit Obstbäumen lotsen. Die Hausbesitzerin, durch das Palaver von Mensch und Tier mittlerweile aufgewacht, nahm die ungewöhnliche Lage mit Humor und meinte noch, ein Esel habe in der längeren Vergangenheit doch um die Osterzeit bereits schon einmal eine Rolle gespielt.

Tatsächlich waren Pferde und Esel von einer Weide im drei Kilometer entfernten Kornelimünster ausgebüxt. Bis der Besitzer mit Seilen und Halfter kam, war laut Polizeisprecher Kemen „eine Mischung aus Respekt und Mut angebracht“, um die Freigänger auf der Vorgartenwiese in Schach zu halten.

„Nachdem alle Tiere gehalftert und angeleint waren, begab sich die Karawane in einer der Uhrzeit angepassten Bekleidung auf den 2,7 Kilometer langen Rückweg, welcher störungsfrei verlief“, heißt es im Polizeiprotokoll.

Einen ganz besonderen Dank richteten die Beamten an die beteiligten Bewohner der Schleidener Straße in Walheim und jener Dame aus Friesenrath, ohne deren Hilfe dieser Einsatz wohl nicht so glimpflich ausgegangen wäre.

(red/pol)
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