Behindertengerecht umgestaltet: Schwimmvergnügen ohne Ausnahme

Behindertengerecht umgestaltet : Schwimmvergnügen ohne Ausnahme

Budget und Zeitplan wurden fast eingehalten. „Das ist ja nie sicher, wenn im Altbestand saniert wird“, weiß Frank Schneiderwind aus Erfahrung. Er ist Architekt und verantwortlich für den Umbau des Sanitärbereiches in der Schwimmhalle Brand. Große Überraschungen bautechnischer Art blieben also aus.

Dafür sind die Badegäste im Moment sehr angenehm überrascht. Denn der komplette Sanitärbereich bei Damen und Herren wurde ebenso saniert wie der bis dahin eher mangelhaft ausgestattete Nassbereich für Menschen mit Behinderung, sprich Rollstuhlfahrer. Hier eröffnen sich nun gut durchfahrbare Schiebetüren, geräumige Duschbereiche für mehrere Rollstuhlfahrer gleichzeitig, neueste Technik in und geschmackvolle Fliesen auf den Wänden und Böden. Die Duschen werden über Sensoren ausgelöst und die Türen sind mit modernster Schließtechnik ausgestattet.

„Es ist immer noch nicht sensationell, aber unter den gegebenen räumlichen Umständen haben wir das Optimale geschaffen“, ist auch Michael Lambertz angetan. Er ist ebenfalls Architekt und gehört der Kommission „Barrierefreies Bauen“ an. Selbst auf den Rollstuhl angewiesen, weiß er um die Sorgen und Nöte von Menschen mit Behinderung und hat einen entsprechenden Blick auf die Dinge.

Badleiter Markus Rebsdat ist immer noch angetan von der handwerklichen Leistung der beteiligten Firmen. „Die Arbeiter sind am 13. September hier in zwei Tagen durchgerauscht, haben mehr als elf stattliche Container an Schutt und Fliesen abgeklopft und eine große Scheibe in der Schwimmhalle rausgenommen, um den maroden Sprungturm in Einzelteilen abbauen und entsorgen zu können“, ließ er die vergangenen sechs Monate noch einmal Revue passieren. Das Ergebnis könne sich wirklich sehen lassen, ist Rebsdat vom Ergebnis begeistert.

Beim Blick in die große Halle sticht natürlich das Fehlen des Sprungturmes noch ins Auge, aber dieser Zustand soll auch zeitnah behoben werden. „Wir hoffen, im Sommer den neuen Sprungturm einbauen zu können“, orakelte Architekt Lambertz. War der alte quasi festgemauert in der Erde, soll der neue Turm aus Edelstahl gefertigt werden, was deutliche Vorteile bei der Reinigung und im Falle von Reparaturarbeiten mit sich bringen soll. In jedem Fall möchte man dafür keine große Unterbrechung des Badebetriebes vollziehen, vielleicht reichen ja ein oder zwei Reinigungstage für diese Arbeiten. Alle Beteiligten freuen sich über Rückmeldungen der Besucher, kleinere Probleme werden sofort beseitigt. Nun hoffen sie bei der Stadt und vor allem vor Ort in Brand, dass sich die Problematik mit dem Legionellenbefall erledigt hat und in Zukunft wieder ein störungsfreier Badbetrieb gefahren werden kann. „Wir als Stadt Aachen haben die öffentlichen Schwimmbäder und ihre Ertüchtigung natürlich permanent vor Augen, aber im Moment sind größere Maßnahmen nicht geplant“, so Karlheinz Welters vom Fachbereich Sport.