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Schwimmen, Radfahren und Laufen: Knapp 700 Teilnehmer bei Sportevent

MHA-Triathlon in Aachen-Brand : Viele Gewinner auf vielen Ebenen

Neben Schwimmen, Radfahren und Laufen spielen beim 30. MHA-Triathlon in Aachen Brand noch drei weitere Disziplinen wegen des Wetters eine große Rolle: Beten, Hoffen und Abwarten.

„Drei, zwei, eins, los“! Nach diesem Kommando scheint das Wasser in der Schwimmhalle Brand zu kochen. Aufgeteilt auf fünf Bahnen, absolvieren die Teilnehmer des mittlerweile 30. MHA-Triathlons ihre erste Disziplin, das Schwimmen, bevor anschließend der Radparcour und die Laufstrecke auf die Sportler warten. Wegen des unbeständigen Wetters wird an diesem Sonntagvormittag so manches Stoßgebet der Verantwortlichen in Richtung Petrus geschickt.

Und wenn man dem Cheforganisator Andreas Trautmann vom ausrichtenden Brander Schwimmverein (BSV) glauben darf, ist er mit den äußeren Bedingungen durchaus zufrieden. „Das Wetter ist doch prima! Hauptsache, es ist einigermaßen trocken, sonst wird es beim Radfahren zu gefährlich. Kühle Temperaturen sind dann nicht das Problem“, weiß er aus eigener Erfahrung den richtigen Schwerpunkt zu setzen.

Kein Problem auch für die treuen Zuschauer, die bei stellenweise kräftigem Regen tapfer ausharren. Der Stimmung tut das usselige Wetter keinen Abbruch: Die Sportler, die ins Ziel einlaufen, werden mit starkem Applaus und der aufmunternden Ansage von Streckensprecher Thomas Marquardt belohnt, die Erstplatzierten gar mit Urkunden und Medaillen.

Dabei gibt es in Brand in den unterschiedlichsten Kategorien Sieger und Platzierte, von den Schüler- und Jugendlichenjahrgängen über die verschiedenen Staffeln bis hin zum Schnupper- oder Jedermanntriathlon, für jeden ist etwas dabei.

Die höchstmögliche Gesamtteilnehmerzahl von 700 ist auch in diesem Jahr beinahe wieder ausgeschöpft, vor der Schwimmhalle ist eine ganze Menge los. Trautmann, ausgestattet mit einer gut sichtbaren neongelben Mütze, füllt, wie in jedem Jahr, die Rolle des „Mädchens für alles“ perfekt aus: Siegerehrungen, Zieleinlauf, ein neues Mikrofon organisieren – er ist Ansprechpartner für jeden.

Auch für Peter Borsdorff. Der im besten Sinne „bunte Hund“ ist seit vielen Jahren rund um die Laufstrecken der Region bekannt als der Mann mit der Sammelbüchse. Diese hat sich im Laufe der vergangenen 20 Jahre mit über zwei Millionen Euro gefüllt. Das Geld steht immer wieder zur Verfügung, wenn es darum geht, in Not geratenen Kindern Unterstützung zukommen zu lassen. Der BSV hatte sich auch in diesem Jahr entschieden, statt der üblichen kleinen Finisher-Präsente eine Spende an Borsdorff zu tätigen, und natürlich hat der Mann mit dem Hut schnell eine Verwendung für das Geld: Bereits im Vorfeld der Veranstaltung hat er kräftig gesammelt, um den beiden Kindern eines vor Kurzem bei einem Arbeitsunfall zu Tode gekommenen Dachdeckers helfen zu können, 5000 Euro sind ein erstes tolles Zwischenergebnis.

Und auch Kim Zettlitz freut sich über eine Borsdorff’sche Gabe. Die junge Frau, selber an den Rollstuhl gebunden, spart seit langem auf ein behindertengerechtes Auto. Über ihre Mutter hörte Borsdorff davon und konnte entsprechend helfen. „Jetzt habe ich das Geld bald zusammen“, strahlt sie über das ganze Gesicht. So gab es neben den sportlichen Siegern auch auf anderen Ebenen Gewinner, Trautmann kann auch in diesem Punkt zufrieden sein. „Diese Präsente haben die Sportler doch zuhauf in den Schubladen liegen, da ist das Geld doch bei Peter Borsdorff besser angelegt“, sagt er – völlig zu Recht, wie man in Brand findet.