Aachen: Schwarz-Grün lobt die eigenen Erfolge in Sachen Barrierefreiheit

Aachen: Schwarz-Grün lobt die eigenen Erfolge in Sachen Barrierefreiheit

„Barrierefreiheit liegt uns sehr am Herzen.” Sowohl Harald Baal (CDU) als auch Tina Hörmann (Grüne) betonen dies ausdrücklich. Deshalb möchte Schwarz-Grün die Aufregung um die kürzlich eröffnete Freitreppe zwischen Aureliusstraße und Borngasse nutzen, um das Bewusstsein für Barrierefreiheit zu schärfen.

Wie berichtet, hatten sowohl Seh- als auch Gehbehinderte das städtebauliche Prestigeprojekt unter anderem wegen unterschiedlicher Stufenhöhen und irreführender Farbgebung massiv kritisiert. Caline Strack hatte im Zuge dessen auch grundsätzliche Kritik geübt. Strack, Sprecherin der Kommission für barrierefreies Bauen, hatte bemängelt, dass die von der Kommission erarbeiteten Vorschläge nur unzureichend von Teilen der Verwaltung und der Politik aufgenommen würden.

Um diesen Informationsfluss zu verbessern, hatte die SPD bereits vor der Sommerpause beantragt, einen Kommissionsvertreter mit beratender Stimme in den Mobilitätsausschuss zu entsenden. Dies stieß bei der schwarz-grünen Ratsmehrheit allerdings auf wenig Gegenliebe.

„Viel passiert”

Man sei über die Berichterstattung in den Medien „schon ein wenig verärgert” gewesen, sagt Hörmann. Vor allem weil etwas untergegangen sei, dass viel in Sachen Barrierefreiheit passiert sei. So habe man das taktile Leitsystem, das Sehbehinderten mit Hilfe unterschiedlicher Bodenmaterialien den Weg weise, ausgebaut.

Baal nannte die Ursulinerstraße als Beispiel dafür, dass es eines gesamtgesellschaftlichen Bewusstseins bedarf, um Barrierefreiheit so gut wie möglich umzusetzen: „Hier wurde zu Beginn das Leitsystem durch die Außengastronomie behindert.” Klar sei jedoch, dass eine vollkommene Barrierefreiheit in einer historischen Altstadt nicht erreichbar sei. Ebenso klar sei, dass die Behindertenvertreter sich nicht genug wahrgenommen fühlen. „Da muss die Kommunikation sicherlich verbessert werden. Die Kommission muss zu einem frühen Zeitpunkt in den Planungsprozess einbezogen werden.” Anlass, der Kommission einen Sitz im Mobilitätsausschuss einzuräumen, sehen beide Ratsvertreter aber weiterhin nicht.