Aachen: Schulverband Ost soll Flüchtlingen helfen

Aachen: Schulverband Ost soll Flüchtlingen helfen

Die Bereitschaft der Schulen ist da, aber sie brauchen eine bessere Ausstattung. Das war das Fazit im Schulausschuss, als über die Beschulung der jungen unbegleiteten Flüchtlinge in Aachen gesprochen wurde. 90 junge Flüchtlinge haben demnach noch keinen Platz in einer weiterführenden Schule.

Laut Ute Ketteniß (FDP) ist das eine wahre Katastrophe. „Wir müssen mehr Druck machen“, forderte sie. Schuldezernentin Susanne Schwier machte allerdings deutlich, dass es an den Schulen nicht ausreichend Lehrer gibt, um dem Zuwachs gerecht werden zu können. Eine deutliche Aufstockung der Kollegien sei deshalb dringend erforderlich.

Damit die jungen Menschen derweil aber nicht ganz auf sich allein gestellt sind, kooperieren Schule und Jugendhilfe: Sie wollen den häufig traumatisierten Jugendlichen eine bestmögliche Förderung ermöglichen. Dafür braucht es laut Verwaltung ein zuverlässiges Netzwerk verschiedener Partner. Für die Integration der Flüchtlinge, die überwiegend aus Afghanistan, Syrien, Nord- und Zentralafrika kommen, sei die Einrichtung einer Schule als Ort der Kooperation eine günstige Voraussetzung, meint die Verwaltung.

Als Standort käme das Schulgebäude Kronenberg in Frage. Dieser schulische Lernort könne als Dependance des Schulverbandes Aachen-Ost geführt werden. „Eine Kooperation zwischen den Einrichtungen ist vor allem deshalb sinnvoll, weil der Schulverband Ost sich in der Vergangenheit vor allem wegen seiner Durchlässigkeit bewährt hat“, meinte Heinrich Brötz, Leiter des Fachbereichs Kinder, Jugend und Schule. Das käme den Bedürfnissen der jungen Flüchtlinge entgegen.

Ulla Griepentrog (Grüne) begrüßt das: „Hier steht den jungen Flüchtlingen die ganze Bandbreite an Schulabschlüssen offen.“ Allein Georg Biesing (Die Linke) hatte Bedenken. Er fürchtete, dass der schulische Lernort Kronenberg vor allem zu einer Dependance der Hauptschule Aretzstraße werden könnte. Die Vorlage der Verwaltung sei nicht stimmig und nicht redlich, kritisierte.

Laut Verwaltung hat er sich aber bewährt und könnte bei der Aufnahme von jungen Flüchtlingen eine wichtige Rolle spielen. Das meinte auch Wolfgang Königs (CDU): „Der Schulverband kann ein erster Anker für die Flüchtlinge sein.“

(mas)