Aachen: Schultheatertage wirken sich sogar auf die Mathe-Leistungen aus

Aachen : Schultheatertage wirken sich sogar auf die Mathe-Leistungen aus

Bühne frei für die Schulen: Im April starten die Schultheatertage 2018 unter dem Motto „All the world’s a stage — die ganze Welt ist eine Bühne!“ Zum zehnten Mal findet das Projekt in diesem Jahr statt.

Da das Projekt alle zwei Jahre über die Bühnenbretter geht, blicken die Veranstalter bereits auf eine 20-jährige Erfolgsgeschichte zurück. Seit 2014 ist der Kreis Düren dabei und in diesem Jahr erstmalig auch der Kreis Heinsberg.

In der Kulisse des Stücks „Paulette“ im Grenzlandtheater stellten die Verantwortlichen aus der Verwaltung und vom Trägerverein Akut am Freitag das Programm vor. „Es ist toll, junge Menschen derart mit dem Theater in Berührung zu bringen. Geschieht dies frühzeitig, ist es positiv für die Entwicklung emotionaler Kompetenzen“, erklärte Uwe Brandt, Intendant des Grenzlandtheaters. Die 16-jährige Schülerin Judith Okon vom St.-Leonhard-Gymnasium moderierte die Präsentation schwungvoll und erzählte, wie sie selbst während eines Praktikums von der Theaterleidenschaft gepackt worden ist.

Diesmal sind es 46 Aufführungen, bei denen Mädchen und Jungen zwischen dem 19. April und 12. Juli ihr Talent zeigen. „Insgesamt stehen rund 1000 Akteure auf den Bühnen und 5000 Zuschauer erleben authentisches Theater“, betonte Okon.

„In meiner Schulzeit haben solche Angebote gänzlich gefehlt. Wenn man bereits als Schüler das Theater so erlebt, entwickelt man eine Affinität für die Kultur“, unterstrich der Dürener Kreisdirektor Georg Beyß. Franz-Josef Dahlmanns, Dezernent für Bildung und Kultur im Kreis Heinsberg, freute sich, erstmalig beteiligt zu sein. Sechs Schulen machen aus Heinsberg mit. „Junge Menschen müssen authentisch, insbesondere an solchen außerschulischen Lernorten an die Kultur herangeführt werden“, betonte Axel Wirtz, erster stellvertretender Städteregionsrat. Auch die Politik sei eine Bühne, eine Schaustätte. „Und Lampenfieber gehört hier wie da dazu, denn das bedeutet, dass man eine Sache ernst nimmt“, erklärte Wirtz.

Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp, der das Theaterfestival zum fünften Mal als Schirmherr begleitet, ist begeistert von der Entwicklung: „Es ist ein regionales Projekt geworden, das den Schulen und der Kulturlandschaft und damit der ganzen Stadt gut tut.“

Auch über die Grenzen hinaus sorgt das Projekt für kulturelle Bildung. Schulen aus dem belgischen Kettenis und dem niederländischen Heerlen machen aktiv mit.

Sigrid Rombach von der Marienschule Alsdorf ist seit zehn Jahren dabei und erklärte, wie positiv sich die Teilnahme auf die Schüler auswirkt: „Sie opfern ihre Zeit sinnvoll. Das Theater ist ein wichtiger Baustein fürs Selbstbewusstsein und man glaubt es kaum, es wirkt sich auch auf die Leistungen in anderen Fächern bis hin zur Mathematik aus.“

Zum ersten Mal ist auch die große Bühne des Theaters Aachen dabei, denn hier findet am 15. Mai die Jubiläumsveranstaltung statt. Die jugendlichen Schauspieler selbst sitzen dann im Publikum und erleben moderiert vom Wallstreet Theatre eine Theater-Revue mit Auszügen aus allen Produktionen, wie Jutta Kröhnert von Akut verriet.

Spannendes Nachfolgeprojekt

In ihrer aktuellen Form gehen die Schultheatertage in die letzte Runde. Theaterfreunde können sich aber für 2020 bereits auf ein spannendes Nachfolgeprojekt freuen. „Dieses soll die Schüler neben dem Theater auch weitere Sparten entdecken lassen und wird auch auf den Kreis Euskirchen ausgedehnt“, kündigte Kröhnert an.

Bei sämtlichen Veranstaltungen ist der Eintritt frei. Aus Platzgründen ist eine verbindliche Platzreservierung unter reservierung@schultheatertage.eu erforderlich.

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