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Aachen: Schulkooperation mit Leben füllen

Aachen : Schulkooperation mit Leben füllen

Viktoria Podgorny und Melanie Grunert werden der Schneepflug sein. So nennt jedenfalls Berthold Winterlich, Schulleiter des Anne-Frank-Gymnasiums (AFG), die beiden Schülerinnen der David-Hansemann-Realschule. Winterlich meint damit, dass die Schülerinnen im nächsten Jahr den Weg für viele spätere Schülergenerationen ebnen werden.

Denn sie sind die ersten David-Hansemann-Zehntklässler, die im Zuge der Kooperation der beiden Schulen an das AFG wechseln.

Dort erwartet sie - das ist das Prinzip der Kooperation, auch ihre Deutschlehrerin Heidi Mörth. Die beiden Schulen haben vor einem Jahr die Planungen für die Zusammenarbeit begonnen, wollen den Übergang von der Realschule auf das Gymnasium erleichtern. Dafür werden im neuen Schuljahr Lehrer der David-Hansemann-Schule eben auch in der 11 des AFG unterrichten und umgekehrt AFG-Lehrer schon die Schüler am „David-Hansemann” im Unterricht kennenlernen. „Wir haben uns lange mit der Frage beschäftigt, wie wir den Übergang einfacher gestalten können. Anders macht es keinen Sinn”, sagt dazu David-Hansemann-Schulleiter Hanno Bennemann.

Winterlich und Bennemann sind die geistigen Väter der Kooperation. Im September werden sie einen Vertrag unterzeichnen. Als nun der neue Schulverband für die Ostviertelschulen als Alternative zur vierten Gesamtschule vorgestellt wurde, konnte die beiden nur müde mit den Schultern zucken. „Genau daran arbeiten wir doch schon das ganze Jahr”, sagt Winterlich. Und die Resonanz gibt ihnen recht. Mindestens 20 Schüler werden in der neuen Kooperationsklasse starten, erhalten einerseits zusätzliche Förderstunden, besuchen andererseits die regulären Kurse. Das Konzept steht, die Unterrichtsplanung auch. Die Lehrer werden gemeinsame Fachkonferenzen abhalten, die Schulen aber eigenständig bleiben.

Auf Wunsch der Schüler wird der Unterricht komplett am AFG stattfinden. „So können wir besser Kontakt zu den Anne-Frank-Schülern aufbauen”, erklären Viktoria und Melanie.

Ein halbes Dutzend Acht- und Neuntklässler wird den Weg vom AFG zur David-Hansemann-Schule nehmen und den Schulweg auf der Realschule weitergehen - mit dem Ziel, nach der 10 wieder auf das AFG zu wechseln. Auch das ist gewollt. Und ganz nebenbei zählt Hanno Bennemann 118 Anmeldungen für das neue Schuljahr. „Nur” 82 waren prognostiziert worden. „Das bestätigt unseren Ansatz. Die Vernetzung von Schulen ist auf Dauer die Lösung der Probleme mit rückläufigen Schülerzahlen”, sagt er.

Nach den Ferien geht es los. „Ich erwarte, dass mir der Übergang erleichtert wird”, sagt Viktoria. „Das Lernen wird anders sein, aber wenn mir bei der Umstellung so geholfen wird, dann hoffe ich auch, dass ich mein Abitur schaffe”, meint Melanie. So klingen optimistische „Schneepflüge”.