Aachen: Schule der Natur: Aachens beste Kleingartenanlage

Aachen: Schule der Natur: Aachens beste Kleingartenanlage

Im Rahmen eines Festakts, veranstaltet vom Stadtverband Aachen der Familiengärtner e.V., fand nun zum 8. Mal im Krönungssaal des Aachener Rathauses die Ehrung der Besten beim Gartenwettbewerb 2013 statt. Es ist das jährliche Fest aller Aachener Kleingärtner, in dessen Verlauf auch der Wanderpreis der Stadt Aachen, ein historischer Stich des Rathauses, an eine mit „hervorragend“ bewertete Anlage verliehen wird.

In diesem Jahr überreichte sie Bürgermeister Björn Jansen an die Dauergartenanlage Eintracht-Nord. Einen Sonderpreis für besondere Gemeinschaftsleistungen erhielt die Anlage Soldatengasse, deren Kleingärtner die Wasserleitung erneuert und in Eigenregie verlegt hatten. In seiner Festansprache führte Heijo Plum, Vorsitzender des Stadtverbandes, die zehn Punkte an, die die dreiköpfige Jury, der Gerd Bussen, Ernst Schnitzler und Hermann Jansen angehörten, bei ihrem Rundgang am 5., 6. und 7. Juli durch 32 Kleingartenanlagen zu bewerten hatte.

Dabei ging es um das Gesamtbild, Gemeinschaftseinrichtungen, den Zustand der Lauben, Aufteilung der Einzelgärten, Gemüse-Mischkultur und Pflanzenvielfalt, ökologische und biologische Maßnahmen, die Pflege der Obstgehölzeformen und Ziergehölze, Kinderfreundlichkeit und Integration sowie besondere Gemeinschaftsleistungen. Mit „gut“ wurden fünf, mit „sehr gut“ zehn und mit „hervorragend“ 17 Anlagen bewertet (siehe Box).

In den Mittelpunkt der sehr bildhaften, einfühlsamen Ansprache rückte Heijo Plum besonders die Einbindung der älteren Generation. „Die älteren Menschen gehören oft schon jahrelang der Gemeinschaft an und sollten nicht durch ein falsches und überlebtes Altersbild abgestempelt werden“, sagte er. Viele Vereine meinen es gut mit ihren älteren Mitgliedern und erlassen ihnen von einem bestimmten Alter an die Gemeinschaftsarbeit. Andere sind weniger großzügig und verlangen gar Zahlungen für nicht geleistete Arbeit.

„Wir als Verband stehen außen vor, da diese Angelegenheit eine Vereinssache durch Mitgliederentscheid ist“, erklärte Plum. Der Verband vertrete die Meinung, dass bei der Gemeinschaftsarbeit die Gemeinschaft und das Miteinander im Vordergrund stehen. Es gäbe vielfältige Aufgaben, die auch Senioren und Behinderte übernehmen können, zum Beispiel die Pflege von Geräten oder die Ausarbeitung von Vereinschroniken.

„Nicht unter der Käseglocke“

Viele der 80-jährigen fühlen sich heute noch nicht alt, möchten Sozialkontakte behalten und nicht „wie mit einer übergestülpten Käseglocke“ ausgeschlossen sein, so Plum. Die Kleingärten seien „ein grünes Zimmer, als Ergänzung der Mietwohnung“, eine Kommunikations- und Begegnungsstätte der Generationen, Traditionen und Kulturen. In diesem Sinne erinnerte Björn Jansen in seinem Grußwort an das Prädikat „Familienfreundlich“, das die Stadt Aachen verleiht.

Er plädierte dafür, dass die Vereine der Kleingärtner auch junge Familien mit Kindern integrieren, auch wenn Kinder mal laut seien. Die Kleingärten seien eine Lebensschule der Natur für Kinder und Jugendliche, die hier lernten, dass Obst nicht aus dem Supermarkt kommt. „Wir als Stadt wertschätzen die Kleingärten“, erklärte er unter Beifall.

In guter Tradition umrahmte der St. Marien-Gesangverein Horbach wieder mit seinen 60 Sängern, unter Leitung von Ando Gauders, den Festakt mit melodisch sensiblem und kraftvollem Chorgesang.

Die Sängerschar, die im kommenden Jahr ihr 150-jähriges Bestehen feiert und bereits elf Mal den Titel Meisterchor errungen hat, faszinierte mit heiteren und traditionellen Volksweisen. Klanglich phänomenal verlieh der Chor dieser Feierstunde die Würde eines Staatsakts. Aufbrandender Applaus wurde mit zwei Zugaben belohnt.

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