Aachen: Schulausschuss: Abschied und Ausblick zum Ausklang

Aachen : Schulausschuss: Abschied und Ausblick zum Ausklang

Die ersten Minuten dieser letzten Sitzung des Schulausschusses im Jahr 2013 gehörten Elke Münich. Die Leiterin des Fachbereichs Kinder, Jugend und Schule der Stadt Aachen übernimmt im kommenden Jahr neue Aufgaben in Oberhausen.

So nutzten die Fraktionen die Gelegenheit, sich für fünf Jahre „tolle und konstruktive Zusammenarbeit“ (Ulla Griepentrog/Grüne) zu bedanken. Auch Münich zog ein positives Resümee: „Wir haben viel erreicht.“

Doch an diesem Abend stand auch Arbeit auf dem Programm. Vor allem das Thema Inklusion prägte die Diskussionen in der Sitzung, nicht nur bei den Beratungen zum Haushalt für das Jahr 2014, bei denen die zugedachten Mittel deutlich aufgestockt werden sollen. Auch beim Punkt Neuanmeldungen an den Grundschulen zum kommenden Schuljahr spielt Inklusion eine wichtige Rolle.

Durch die langwierigen Anerkennungsverfahren des sonderpädagogischen Förderbedarfs können erst Ende April definitive Aufnahmezusagen erfolgen, erklärte die für Grundschulen zuständige Schulrätin Ulla Roder. Beschleunigen ließe sich dieser Anerkennungsprozess, der zukünftig nur noch von den Eltern selbst eingeleitet werden kann, mit Ausnahme der Feststellung des sozialen und emotionalen Förderschwerpunktes, nicht. Manfred Ernst vom Fachbereich Schule wies darauf hin, dass 100 der im kommenden Jahr schulpflichtig werdenden Kinder noch gar nicht angemeldet seien. Im bisherigen Verlauf habe man einige Überraschungen erlebt.

Elke Münich betonte noch einmal, dass genügend Schulplätze zur Verfügung stünden, es würde am Ende nur eben nicht für jeden die gewünschte Schule werden. Diskussionsbedarf sahen die Fraktionen in diesem Punkt nicht. Im April 2014 will die Verwaltung zur Entwicklung einen weiteren Bericht vorlegen.

Intensiv diskutiert wurde über die Situation der Unterrichtsversorgung von Seiteneinsteigern in den Schulunterricht. Entsprechend einem Antrag der Grünen-Fraktion berichteten der für die weiterführenden Schulen zuständige Schulrat Wolfgang Müllejans und Ulla Roder über die aktuelle Entwicklung. Als Seiteneinsteiger werden Schüler bezeichnet, die aus dem Ausland nach Deutschland kommen und über wenig bis keine Sprachkenntnisse verfügen. Derzeit sind 430 schulpflichtige Kinder in Aachen untergebracht. Für sie stehen an Aachener Schulen 15 internationale Förderklassen zur Verfügung. Die meisten sind an Hauptschulen eingerichtet, zwei Klassen gibt es an Gymnasien und eine am Käthe-Kollwitz Berufskolleg. Gesamtschulen bieten, trotz großer Nachfrage, bislang keine Förderklassen an. Dies habe laut Müllejans vor allem raumtechnische Gründe.

Offen war die Frage, wie die zunehmende Auslastung der Förderklassen abgefangen werden kann. „Wir tun das Möglichste, aber eine schnelle Lösung kann es auch im Hinblick auf die Qualität der Unterrichtsversorgung nicht geben“, so Müllejans. Auch an Grundschulen werden keine Förderklassen angeboten. Ulla Roder begründete dies damit, dass der Vorteil in dieser Schulform im gemeinsamen Unterricht bestehe. Gleichwohl plane man zusätzliche Maßnahmen, beispielsweise in Form eines Crash-Kurses Deutsch.

Etwas Bewegung ist auch in den Umzug der Förderschule Walheim an den Standort der seit Sommer geschlossenen Förderschule am Kennedypark gekommen. Aufregung hatte es im Vorfeld gegeben, weil die Schule das Gebäude als nicht ausreichend für ihre Bedürfnisse ansah und Umbaumaßnahmen forderte. Nach einem Ortstermin an der Förderschule Walheim haben sich die Wogen offenbar geglättet. Im Ausschuss sieht man nun mehrheitlich die Notwendigkeit einer Umgestaltung des Schulgebäudes am Kennedypark. Die Verwaltung ist mit einem Umbau beauftragt. Umziehen soll die Schule in den Sommerferien 2014.

Mehr von Aachener Zeitung