Richterich: Schützenkönig Andreas Schulz hat noch viel vor

Richterich: Schützenkönig Andreas Schulz hat noch viel vor

200 Jahre wollen gebührend gefeiert werden. Und das taten die Richtericher St. Hubertus-Schützen am Wochenende. Mehr als ein Jahr lang engagierten sich die Mitglieder für die Vorbereitungen und die Organisation des Jubelfestes.

Dazu gehörte auch eine Jubiläumsausstellung in den Räumen der Sparkasse in Richterich, die von den Liebhabern des Schützenwesens sowie den Ortsansässigen gut angenommen wurde. In diesem Rahmen erhielten die Besucher Einblicke in die gut gehüteten Vereinsschätze, darunter gehören neben der Gründungsurkunde, das Königssilber mit allen 184 erhaltenen Königsplaketten, dem daran befestigten Silbervogel sowie eine große Plakette und 13 kleinere Plaketten aus dem Gründungsjahr, eine Kaiserplakette aus dem Jahr 1892 sowie weitere Ketten, Teller und Pokale um nur einige Beispiele aufzuführen.

Bis zum heutigen Tage ist das Königssilber in Gebrauch, allerdings in abgespeckter Version, da einige Plaketten bereits sicher archiviert sind. Und so wurde auch am Sonntag um die neun Kilogramm schwere Kette geschossen. Denn der Königsvogelschuss war der Höhepunkt beim Jubelfest, das bereits am Donnerstag begonnen hatte.

Das Eröffnungsschießen des 29-köpfigen Festausschusses gewann Margret Roitzsch. Im weiteren Verlauf der Schießwettbewerbe bewies Lisa Winkler ihre Zielsicherheit am Kleinkaliber und konnte sowohl das Schießen der Ortsvereine als auch den Titel „Königin der Schützendamen“ für sich entscheiden. Beim Schießen der Prinzengarde Richterich konnte Gregor Puder den Erfolg für sich verbuchen, während Inge Behle den Pokal der Schützendamen gewann. Als Vereinsmeister ging Hans Wydra hervor. Bereits seit vielen Jahren besteht auch eine enge Freundschaft zur Freiwilligen Feuerwehr, die jedes Jahr unter ihren Mitgliedern ebenfalls einen Vogel ausschießen lässt, den diesmal Martin Müller von der Stange holte.

Am Samstag wurde das Jubiläumswochenende mit dem großen Festabend fortgeführt. Hier sorgten die Rhenania Boys, eine Gruppe junger Fußballer aus Richterich, sowie Feuerwehrmann Kresse für Unterhaltung, während die Cheerleading-Showtanzgruppe „Slakers“ das Publikum mit ihren Hebungen, Würfen und Pyramiden begeisterte. Für die musikalische Unterhaltung sorgten der Instrumetalverein Richterich sowie der Männerchor St. Marien aus Horbach. Den Abschluss bildete die Band „Die Mennekrather“, die die Stimmung auch zu später Stunde aufzuheizen wusste.

Allerdings durften auch die Ehrungen nicht fehlen: So erhielt Heinrich (Strief) Groten für seine 69-jährige Mitgliedschaft die Landesplakette des Landes NRW aus den Händen der Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, Ulla Schmidt. Weiterhin erhielt Franz-Josef Dickmeis für seine Verdienste um den Verein, insbesondere für die Organisation der diesjährigen Festivitäten einen Sonderorden. Als besonderes Geschenk erhielt die Schützenbruderschaft einen Fahnenwimpel aus den Händen des stellvertretenden Bezirksbundesmeisters Manfred Rosenstock.

Nach dem traditionellen Kirchgang am Sonntag und einem großen Festumzug durch Richterich, an dem insgesamt 24 befreundete Schützenvereine, Instrumentalgruppen und Ortsvereine teilnahmen, galt es die Majestäten zu ermitteln. Großer Jubel ertönte aus den Schützenreihen als der 36-jährige „Jubelkönig“ Andreas Schulz auch in diesem Jahr den Holzvogel mit dem Kleinkaliber erledigen konnte. Somit ist der Vorjahreskönig auch der neue amtierende König.

„Jetzt geht es im nächsten Jahr mit Frontalangriff auf die Kaiserwürde zu, doch zuvor würde ich gerne Stadtkönig werden“, sagte der neue Schützenkönig lachend, der nach 2011 und 2015 in diesem Jahr zum dritten Mal den Verein als König repräsentieren darf. Gegen 13 Konkurrenten konnte er sich mit dem 134. Schuss durchsetzen. Gattin Miriam und Sohn Karl strahlten mit Schulz um die Wette.

Parallel galt es den Ehrenvogel unter den Gästen und der Bruderschaft auszuloben. Diesen holte Sven Loers mit dem 129. Schuss — unterstützt durch eine leichte Windböe — von der Stange. Als Ehrenkönig ging Mario Eichelmanns und als Bürgerkönig Thomas Schmitz hervor.

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