Aachen: Schülerschaft organisiert festlichen Galaabend mit buntem Bühnenprogramm

Aachen : Schülerschaft organisiert festlichen Galaabend mit buntem Bühnenprogramm

Eine recht junge Schule ist sie, die Maria-Montessori-Gesamtschule. Gegründet 1998, feiert die städtische Bildungseinrichtung in diesem Jahr ihr 20-jähriges Jubiläum. Zu gegebenem Anlass hatten Schülerinnen und Schüler verschiedener Jahrgangsstufen einen festlichen Galaabend mit buntem Bühnenprogramm organisiert.

Auf das noch junge Alter der Gesamtschule verwies auch der anwesende Heinrich Brötz, Fachbereichsleiter Kinder, Jugend und Schule. Die Schule mache unter anderem ihre offene und einladende Architektur aus, sagte Brötz. In diesem Bezug zitierte er eine ehemalige Lehrkraft, laut welcher „das Stimmungsbarometer bereits morgens steigt, sobald man das Gebäude betritt“. Man könne die die Maria-Montessori-Gesamtschule als eine Art Oase in der Stadt betrachten, beschrieb Brötz. „Sie liegt sehr zentral, zwischen Burtscheid und Frankenberger Viertel und dazu noch direkt am Bürgerpark.“

Neben der Ansprache von Brötz standen noch zahlreiche weitere Punkte auf dem Programm. Schülerinnen und Schüler der neunten Jahrgangsstufen führten einen Tanz auf, die etwas Älteren aus der zehnten Klasse ein Theaterprojekt. Für vielfältige musikalische Unterhaltung sorgten das Schulorchester, eine Band von Schülerinnen und Schülern aus Stufe elf und die Lehrerband „Proud Mary“.

Daniela Ruiu, stellvertretende Schülersprecherin, hatte den Abend mitorganisiert. „Wir Schüler haben die ganze Feier eigenständig auf die Beine gestellt“, erklärte sie. „Von der Technik bis zum Catering.“ Als Mitglied der Schülervertretung erfahre Daniela stets aus nächster Nähe, wie gut die Kommunikation zwischen Schülern und Lehrern an der Gesamtschule funktioniere. „Man lässt uns sehr viel Freiraum bei der Gestaltung verschiedenster Projekte.“

Soziale Verantwortung übernehmen

Genau dieser Freiraum gehöre auch zu den wichtigsten Grundsätzen der sogenannten Montessoripädagogik, bestätigte Schulleiterin Irmgard Braun. Die italienische Ärztin, Philosophin und Reformpädagogin Maria Montessori wurde 1870 in Rom geboren. An den von ihr entworfenen Bildungsprinzipien halten sämtliche nach ihr benannten Schulen in Aachen bis heute fest. Dazu zähle unter anderem das Übernehmen soziale Verantwortung, sagte Braun. „Unsere Schülerinnen und Schüler müssen daher jeweils 50 Sozialstunden in beispielsweise Altersheimen oder auch Kindergärten ableisten.“ Hinzu komme die Erziehung zur Eigenverantwortung, bei der die Kinder und Jugendlichen dazu angehalten werden, ihren eigenen Körper gesund zu halten.

Ein weiterer wichtiger Punkt sei die kulturelle Bildung, durch welche die Schülerinnen und Schüler lernen sollen, sich selber künstlerisch auszudrücken. Das Bühnenprogramm des Galaabends sei dafür natürlich das beste Beispiel.

Sowohl Montessori, als auch ihrer Bildungsvorstellungen waren zudem bekennend kosmopolitisch. 1934 wurde daher die erste Aachener Montessori-Schule unmittelbar nach ihrer Gründung von den Nationalsozialisten wieder geschlossen. „Gerade in der heutigen Zeit, in der Begriffe wie Vogelschiss in den Mund genommen werden“, sagte Braun, „tragen wir als Bildungseinrichtung aus dem Hause Montessori die Verantwortung, Weltoffenheit zu zeigen und an die Geschichte unseres Landes zu erinnern.“

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