„Europa macht Schule“: Schüler früh an verschiedene Kulturen heranführen

„Europa macht Schule“ : Schüler früh an verschiedene Kulturen heranführen

Für Irmgard Braun, Schulleiterin der Maria-Montessori-Gesamtschule in Aachen, ist die einzige Möglichkeit der Verständigung die Begegnung. Braun ist davon überzeugt, dass die europäische Idee gestärkt werden muss und will auch ihre Schüler früh an verschiedene Kulturen heranführen.

Im Rahmen des Programms „Europa macht Schule“ waren deshalb Ende des letzten Jahres Studenten aus Norwegen und Kroatien an der Maria-Montessori-Gesamtschule zu Gast und fungierten als Mini-Botschafter ihrer Länder.

Havard Naess und Monika Kovac brachten den Schülern ihre Sprachen, geographische Besonderheiten Norwegens und Kroatiens sowie die inländische Küche näher.

Naess und Kovac waren damit zwei von insgesamt acht ausländischen Studenten, die an Schulen in Aachen, Langerwehe, Eschweiler und Übach-Palenberg Völkerverständigung im kleinen Kreis betrieben. Koordiniert wurde die Aktion von Studenten aus Aachen, die das Projekt zusammen mit dem Verein „Europa macht Schule e.V.“ und dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) betreuten.

„Es gibt viele junge Menschen, die Europa für eine gute Sache halten. Ein friedliches Zusammenleben auf unserem Kontinent und über die Grenzen Europas hinaus ist keine Selbstverständlichkeit“, erklärte Mathis Heyer, Student und ehrenamtlicher Betreuer von „Europa macht Schule“, warum es für ihn wichtig war, ein solches Projekt zu unterstützen.

Heyer war es auch, der die Abschlussveranstaltung von „Europa macht Schule“ in der Aula der Maria-Montessori-Gesamtschule moderieren durfte. Dabei bat er die ausländischen Studenten nacheinander auf die Bühne, wo diese zusammen mit den Schülern vom Erlebnis der gemeinsamen Tage berichteten. Den wohl außergewöhnlichsten Auftritt legten hierbei der Este Jaak Jonas Keldoja und die 5. Klasse der Realschule Übach-Palenberg hin, als sie einen traditionellen Gemeinschaftstanz aus Estland vorführten.

Zur Halbzeit der acht Präsentationen wurde es dann kurz sehr politisch. Europaparlamentarierin Sabine Verheyen hob wie Braun und Heyer zuvor die Werte des europäischen Zusammenhalts hervor und stellte sich anschließend einigen kritischen Fragen der versammelten Schülerschaft. „Was tun Sie gegen die Umweltverschmutzung?“ oder „Was halten Sie von Artikel 13?“ wollten diese wissen. Verheyen schilderte ihre bereits im Parlament vertretenen Positionen und musste insbesondere in Bezug auf den heiß diskutierten Artikel der Urheberrechtsreform feststellen, dass die Meinungen zwischen ihr und den Schülern auseinandergingen.

Einig wurden sie sich erst wieder, als es darum ging, die ausländischen Studenten wie auch die Schulen für das Projekt „Europa macht Schule“ auszuzeichnen. Zusammen mit Christoph Jüngst vom DAAD überreichte Verheyen DAAD-Zertifikate, die das Engagement der Beteiligten symbolisch honorierten. So überwogen am Ende der Veranstaltung eindeutig die strahlenden Gesichter von Schülern und Studenten, sowie das Gefühl, dass Europa tatsächlich „eine gute Sache ist.“

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