Aachen: Schüler fragen, Politiker antworten: Wie wollen Sie Staus durch Baustellen verhindern?

Aachen: Schüler fragen, Politiker antworten: Wie wollen Sie Staus durch Baustellen verhindern?

In unserem Themencheck fragen Schüler des Aachener Pius-Gymnasiums Politiker nach ihren Positionen zu aktuellen politischen Fragen. Jacqueline Linkens (17) möchte wissen: Was wollen Sie tun, um die extremen Verkehrsprobleme durch Baustellen zu verhindern? In Haaren droht bald eine 16-monatige Sperrung der Alt-Haarener-Straße. Kann man so etwas dem Bürger zumuten?

Ferdinand Corsten, CDU

„Kann man den Menschen in der heutigen Zeit zumuten, wieder auf ein Dixie-WC zu gehen, nicht jeden Tag mit warmem Wasser zu duschen und sich das Trinkwasser am Tankwagen zu holen? Dies müsste von der Verwaltung Teilen der Menschen in Haaren zugemutet werden, wenn aufgrund der maroden Leitungen die Stawag nicht ihrer gesetzlichen Pflicht zur Aufrechterhaltung ordnungsgemäßer Ver- und Entsorgungsleitungen nachkommt. Die Antwort liegt auf der Hand.“

Patrick Deloie, SPD

„Aachen braucht ein professionelleres Verkehrsmanagement. Bei Baustellen muss früh informiert und mit den Bürgern zusammengearbeitet werden. Das auf SPD-Initiative hin erstellte Informationssystem ist ein Anfang, aber funktionierendes Verkehrsmanagement ist mehr. In Haaren wird es eine Informationsveranstaltung geben, um im Vorfeld Antworten zu geben. Eine Vollsperrung wird es nicht geben. Die Umgehungen müssen dann aber auch funktionieren und dürfen nicht zusätzlich beeinträchtigt werden.“

Roland Jahn, Die Grünen

„Die Kanäle in Aachen sind zum Teil mehr als 100 Jahre alt und müssen Stück für Stück erneuert werden, auch das gehört zum Umweltschutz. Dafür muss man auch Einschränkungen und Behinderungen in Kauf nehmen. Die Stadtverwaltung hat in den letzten beiden Jahren einiges getan, das Baustellenmanagement zu verbessern, z.B. indem Bauarbeiten zeitlich noch besser aufeinander abgestimmt werden. In Haaren wird es während der bevorstehenden Kanalarbeiten keine Vollsperrung geben, aber natürlich werden die Wohnstraßen stärker belastet sein.“

Daniel George, FDP

„Die FDP hat sich in den letzten vier Jahren intensiv für ein besseres Baustellenmanagement in Aachen eingesetzt. Obwohl erste Erfolge bereits sichtbar sind, bspw. in Form eines Informationsportals im Internet, muss die Stadtverwaltung die Baustellenkoordination und insbesondere die Information der Bürger vor Ort weiter verbessern. Bei der Erneuerung von Straßen und Kanälen muss die Minimierung der Belastung für Anwohner und Gewerbetreibende zukünftig absoluten Vorrang haben.“

Andreas Müller, Die Linke

„Baustellen führen immer zu Problemen. Da man sie nicht vermeiden kann, müssen sie koordiniert werden, um die Belastungen in Grenzen zu halten. Es darf nicht mehr vorkommen, dass eine Straße, in der gerade erst eine Baustelle war, erneut aufgerissen wird. Auch sind zwei große Baustellen in einem Viertel zur gleichen Zeit zu vermeiden. Beschlüsse dazu fallen immer einstimmig. Auf www.aachen.de wird jetzt zudem besser über aktuelle Baustellen informiert.“

Thorsten Rumor, FWG

„Desolat ist der Zustand vieler Aachener Straßen. Sanierungen werden oft auf die lange Bank geschoben, ein fataler Fehler mit schwerwiegenden Konsequenzen. Wir brauchen als erstes ein umfassendes Straßenzustandskataster. Daran anschließend muss es endlich ein modernes Baustellenmanagement geben.“

Melanie Tümmers, UWG

„Das städtische Baustellenmanagement muss verbessert werden. Ganz ohne Sperrungen lassen sich dringend notwendige Straßenreparaturen und Kanalerneuerungen naturgemäß zwar nicht immer durchführen. Jedoch muss sich die Bauverwaltung vermehrt schon im Vorfeld der Baumaßnahmen frühzeitig um eine beständige Kommunikation mit Anwohnern und Geschäftsleuten kümmern und deren Interessen und Argumente in eine verbesserte Planung einbeziehen!“

Matthias Achilles, Piratenpartei

„Man muss der Verwaltung zu Gute halten, mit dem Baustellenverzeichnis und ihren Absprachen im Vorhinein viel für die Verhinderung von Verkehrsproblemen zu tun. So können z.B. Bauprojekte wie Glasfaserverlegung mit normalen Bauvorhaben zusammengelegt werden. Genaue Informationen zur Alt-Haarener-Straße haben wir nicht - uninformiert denken wir aber, dass die Sperrung kürzer ausfallen sollte.“

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