Aachen: Schüler begeben sich auf die Spuren der Mode- und Kostümgeschichte

Aachen: Schüler begeben sich auf die Spuren der Mode- und Kostümgeschichte

Zeichnen, malen, stricken und nähen — für viele Schülerinnen der KGS Passstraße waren diese Tätigkeiten eine ganz neue Erfahrung. Bei „Taft! — Textile Art Fashion Today“ in Kooperation mit dem „Tuchwerk-Depot“ in der Soers hatten sie die Möglichkeit die Aachener Textilgeschichte kennen zu lernen und selbst ein Kleidungsstück zu entwerfen.

Auch der kritische Blick auf die Bekleidungsindustrie wurde geschult und durch Fragestellungen wie „Wie und wo wird meine Kleidung produziert?“ und „Welche Konsequenz hat ein günstiger Verkaufspreis?“ geschärft. Die Künstlerin Dorothea Flatau hat den Schülerinnen zudem vermittelt, wie sie Etikette und Waschanleitungen in ihrer Kleidung deuten können und was sie aussagen. „Die Schülerinnen haben auch gelernt, was der Unterschied zwischen Natur- und Chemiefasern ist und die Mode- und Kostümgeschichte kennengelernt. Das hat den Mädchen wirklich Spaß gemacht “, sagt Sibylle Keupen, Leiterin der Bleiberger Fabrik.

Nach der Theorie durften die Schülerinnen selbst Hand anlegen: Aus verschiedenfarbigen Stoffen und Schnittvorlagen stellten sie eigene Kleidungsstücke in Puppengröße her. Diese wurde im Anschluss auf Pappe geklebt und im Tuchwerk ausgestellt.

„Ich habe einen Rock und ein T-Shirt in meinen Lieblingsfarben gelb und türkis entworfen. Das hat viel Spaß gemacht“, sagt die neunjährige Laura. Sie würde ihre entworfene Kleidung auch im Sommer zur Schule anziehen. Anders als der Entwurf von Laura könnte die neunjährige Elif ihr selbst gestaltetes Kleid nur auf einem Ball oder in die Oper anziehen. Denn das dunkelrote Abendkleid zeichnet sich durch die silbernen Glitzersteine, die quer über das Kleid befestigt sind, aus. „Zu auffällig für den Alltag“ finden auch Elifs Klassenkameraden. Ob Abend- oder Sommerkleid, kurze oder lange Hose, buntes T-Shirt oder Bluse, die puppengroßen Kleidungsstücke waren ganz verschieden. So unterschiedlich die Entwürfe auch waren, sie alle hatten eins gemeinsam: Sie wurden allesamt selbst entworfen, gezeichnet und im Anschluss genäht.

Keine leichte Aufgabe für die Schülerinnen, die in ihrem Alltag eher selten zu Nadel und Faden greifen. Doch die meisten sind sich nach diesem Projekt einig, dass sie den nächsten fehlenden Knopf an ihren Blusen oder Hosen, selbst annähen möchten — ohne die Hilfe ihrer Mütter. Die eine oder andere träumt sogar schon von der Karriere als Modedesignerin.