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Seniorenzentrum Am Haarbach: Schöne Überraschung zum Advent

Seniorenzentrum Am Haarbach : Schöne Überraschung zum Advent

Die Bewohnerinnen und Bewohner des Seniorenzentrums am Haarbach dürfen sich zur Adventszeit über eine tolle Geste freuen: eine Kiste voller Adventsgestecke, hergestellt in der Jugendwerkstatt „Amotima“.

„Ein solches Geschenk gab es hier wirklich noch nie“, ist Johannes Krückel sich sicher. Voller Erstaunen und Freude blickt der Leiter des Haarener Seniorenzentrums am Haarbach auf die vielen Kisten voller Adventsgestecke, versehen mit Botschaften wie „Einen schönen Advent“, die die Leiter der Jugendwerkstatt „Amotima“ dem Seniorenheim überreichten. Die liebevoll verzierten Gestecke sind Ergebnis der Werkstückarbeiten, angefertigt von den Jugendlichen der Werkstatt. Denn der Adventsmarkt von „Amotima“ muss dieses Jahr aufgrund der Pandemie ausfallen.

 „Da stellte sich natürlich die Frage: Was machen wir mit dem ganzen Adventsschmuck, den unsere Jugendlichen auch dieses Jahr wieder gestaltet haben“, erklärt Elisabeth Wilms, Leiterin von „Amotima“. Schnell kamen die jungen Bastler auf die Idee, alten Menschen eine Freude in diesen dunklen Zeiten zu machen.

„Da lag es natürlich nahe, ein Seniorenheim zu beschenken, um den Bewohnern ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern“, berichtet Wilms. Das nächstgelegene Seniorenzentrum wurde kontaktiert. „Ich war ganz überrascht, als ich angerufen wurde. Und jetzt sehe ich, dass das wirklich eine tolle Geste ist. Wir sind sehr dankbar für diese Aufmerksamkeit“, sagt Krückel.

„Wir wollten etwas geben, ohne etwas zu nehmen“, erläutert Wilms, die sich als Hauptverantwortliche von „Amotima“ mit ihrem Projekt das Ziel gesetzt hat, junge Menschen zwischen 16 und 25 Jahren mit mangelnder Lern- und Arbeitsbereitschaft, Verhaltensauffälligkeiten oder Lernbeeinträchtigungen Schritt für Schritt auf die Arbeitswelt vorzubereiten und bei ihnen Spaß am Lernen und Arbeiten zu entwickeln.

Die Jugendwerkstatt ist Teil des Zentrums für Kinder-, Jugend- und Familienhilfe Maria im Tann und beschäftigt 24 Jugendliche und junge Erwachsene, die auf die drei Werkbereiche Holzwerkstatt, Metallwerkstatt und Blumen- und Kochwerkstatt verteilt sind. Die Adventsgestecke stammen von letzterer. „Das wurde alles mit Herzblut und Liebe angefertigt“, versichert Marisa Crombach, Werkpädagogin in der Blumenwerkstatt.

Ob das Kapitel „Jung beschenkt Alt“ noch eine Fortsetzung hat? Krückel überlegt jedenfalls schon, wie man sich revanchieren könnte. „Eine Fotocollage für die Jugendlichen mit Bildern, die das Überreichen der Gestecke an unsere Bewohner zeigen, wäre doch etwas“, schlägt er vor.

Eine Begegnung der Beschenkten mit den Schenkern war am Tag der Übergabe leider aufgrund der Coronavirus-Lage nicht möglich. Trotzdem ist Krückel überzeugt: „Wenn alles überstanden ist, könnte man zum Beispiel ein Freizeitangebot unserer Bewohner gemeinsam mit den jungen Menschen ins Leben rufen. Die Senioren können nämlich mehr, als man ihnen zutraut“, sagt er mit einem Augenzwinkern.