Aachen: Schnee beschert „richtigen” Winterlauf

Aachen: Schnee beschert „richtigen” Winterlauf

Da machte die 47. Auflage des ATG-Winterlaufs ihrem Namen alle Ehre: immerhin reichten die leichten Schneefälle der Nacht, um die Landschaft mit einer hauchdünnen Schneedecke zu versehen.

Da warteten viele bis zur letzten Sekunde vor dem Start, um sich ihres Trainingsanzuges zu entledigen und die Sachen in den bereitstehenden Gepäckwagen zu verstauen. So waren die 2500 Läufer dann auch froh, dem eiskalten Vichtbachtal zu entkommen, als um 11 Uhr der Startschuss ertönte.

Geschwitzt wird schnell

Aber manch einer geriet dann schneller ins Schwitzen, als ihm lieb war, wartete doch schon nach wenigen hundert Metern Laufstrecke die härteste Steigung der insgesamt 18 Kilometer langen Strecke auf die Sportler. „Hier trennt sich sofort die Spreu vom Weizen” orakelte ATG-Urgestein und Lauftrainer Wolfgang Glöde schon lange vor dem Start.

Und so kam es dann auch: Die späteren Sieger konnten ihr Können demonstrieren, das Feld zog sich in die Länge, später auf dem Vennbahnweg war ein schier endlos langer Zug aus Läufern zu sehen.

Doch für viele standen ohnehin die bloße Teilnahme, der Genuss am Lauf und natürlich die Zielankunft im Vordergrund. So auch für Hermann-Josef Robertz. Der kam extra aus Bedburg, um „endlich mal an diesem weit bekannten Lauf teilnehmen zu dürfen”. Da konnte er natürlich seinen Hund Jim nicht einfach zu Hause lassen. Der Trüffelsuchhund entpuppte sich als Laufwunder, macht er doch alle Trainingsläufe von Herrchen, immerhin drei pro Woche, locker mit.

Auf zehn Halbmarathons und den Eifelmarathon hat es der achtjährige Vierbeiner schon gebracht. Und wahrscheinlich hatte der Hund mehr Freude an der Beschaffenheit der Strecke als so mancher Zweibeiner: „Heute wäre ich nicht gerne gelaufen”, ist Wolfgang Glöde beim Anblick von Pfützen und Schlamm froh, auch dieses Jahr wieder in die Organisation eingebunden zu sein.

Denn je näher es zum Ziel am Trainingsgelände der Aachener Turn-Gemeinde am Chorusberg ging, desto weicher wurde der Untergrund: „Das hatte heute schon teilweise Crosslaufcharakter, war insgesamt aber kein großes Problem”, meinte der Zweitplatzierte Philipp Nawrocki. Die matschige Strecke tat der Stimmung keinen Abbruch: „Der Matsch ist egal, und das Wetter war super”, meint Rainer Sieven stellvertretend für viele im Feld.

„Eine tolle Veranstaltung, die Stimmung an der Strecke ist toll”, „Danke an die Trommler, die haben mir nochmal Schub gegeben” oder „Klasse waren die Zuschauer an der Bahnhofsvision in Kornelimünster und an der Pionierquelle, das machte richtig Spaß da durchzulaufen” - das meinten andere Teilnehmer.

Richtig Spaß hatte auch Mitorganisator Günter Drießen, klappte doch schon am Morgen der Abtransport der Läufer mit knapp 40 Bussen von Aachen nach Stolberg reibungslos: „Und was das Wichtigste ist: Obwohl es so anstrengend war, sind alle auch wieder gesund zurück gekommen.” Unter denen, die ins Ziel gekommen sind, war auch dieses Jahr wieder eine Gruppe mit Menschen mit Behinderung der Lebenshilfe am Start.

Wie alle anderen Teilnehmer freuten sie sich im Ziel nicht nur über erfrischende Getränke und Obst, sondern auch über die zwei besonderen Überraschungen: Zum einen gab es für jeden Teilnehmer einen Printenmann mit ATG-Logo und zum anderen eine wärmende Mütze. Und um 13.30 Uhr war der 47. Winterlauf Geschichte, der Besenwagen bog um die Ecke und „schob” den letzten Teilnehmer über die Ziellinie.

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