Stadtentwicklung: Schmuddelige City-Passage wird abgerissen

Stadtentwicklung : Schmuddelige City-Passage wird abgerissen

Drogenabhängige kauern vor Schaufensterscheiben, Alkoholkranke pöbeln: Dieses eher kundenfeindliche Bild aus der City-Passage gegenüber dem Bushof an der Peterstraße soll verschwinden. Die meisten Geschäfte stehen bereits leer. Die komplette Passage soll schnellstmöglich abgerissen werden. Der Eigentümer wartet auf die Baugenehmigung.

Der schmuddelige Tunnel, der die Peterstraße mit dem Willy-Brandt-Platz verbindet, wird weggerissen. „Das wird weit mehr als eine Entkernung des Gebäudes“, erklärt Gabriele Küper, die mit ihrem Ehemann Joachim die Rendita Colonia Immobilien-Management GmbH in Köln führt. Die Gesellschaft hat bundesweit Handelsimmobilien im Portfolio. Für Aachen haben die Gesellschafter grünes Licht für Millionen-Investitionen gegeben. „Die Situation vor Ort war unerträglich. Einerseits wurde es immer schwieriger, hochwertige Einzelhändler für die Ladenlokale in der Passage zu interessieren. Andererseits mussten alle unter der dortigen Trinker- und Drogenszene leiden; das ging so nicht weiter“, sagt Küper.

Etliche Mieter der Einzelhandelslokale hatten die Rahmenbedingungen in der City-Passage in den vergangenen Jahren vehement kritisiert. Früher habe man bis zu 6000 Passanten pro Tag gezählt, die als potenzielle Kunden die Tunnelverbindung nutzten; zum Schluss seien es kaum noch 500 gewesen, hieß es. 1974 war die 5300 Quadratmeter große Passage mit 30 Läden eröffnet worden, im Jahr 1991 ging die letzte Sanierung über die Bühne – inklusive einer 14 Meter hoher Glaskuppel Richtung Parkdeck. Einen Abwärtstrend nahm die Entwicklung trotzdem. Seit der Eröffnung des Einkaufszentrums Aquis Plaza sei die Kaiserplatz-Szene verdrängt worden – zu großen Teilen in die City-Passage. Bloß die Kundschaft habe den umgekehrten Weg genommen, beklagten Mieter.

Nun könnten die Bautrupps anrücken. Der Start der Abrissarbeiten war eigentlich auf Mitte März datiert. Aber es sind noch Absprachen mit einzelnen Immobilieneigentümern der Nachbarschaft zu treffen. Diese müssen Zuwegungen im Rahmen einer Baulast ermöglichen – was man sich offenbar extrem teuer zu Lasten der Rendita Colonia bezahlen lassen wolle, hört man hinter vorgehaltener Hand. Dabei geht es den Immobilien-Managern darum, möglichst schnell einen entscheidenden Impuls zur Aufwertung des Areals am Bushof beizusteuern. Richtung Peterstraße beziehungsweise Willy.Brandt-Platz will man hochwertige Einzelhandelsflächen schaffen – zum Beispiel für Rossmann und Woolworth. Im ersten Obergeschoss sieht der Architekten-Entwurf rund 600 Quadratmeter Wohnbebauung vor. Ein ebenerdiger Durchgang quer durch den Block – wie derzeit – ist dann nicht mehr möglich. „Wir stehen in den Startlöchern, wir könnten sofort loslegen“, bekräftigt Küper.

Nicht nur Aachens Bauverwaltung sieht den Abriss- und Umbauplänen sehr positiv entgegen: „Die Stadt Aachen steht mit den Bereichen Bauaufsicht und der Koordinationsstelle Bushof mit dem Eigentümer der Passage in einem guten Kontakt und konstruktiven Austausch. Im Ergebnis sind alle Beteiligten zuversichtlich, zu Lösungen zu kommen“, erklärt Stefan Herrmann vom Presseamt auf Anfrage. Im Boot sitzen viele Akteure, alle mit derselben Zielsetzung. „Die Koordinationsstelle Bushof begleitet den Prozess genauso, wie sie sich um weitere Handlungsfelder am Bushof und im umliegenden Gebiet kümmert“, sagt Herrmann. Und fügt hinzu: „In dem Umbau der City Passage erkennen wir einen wirksamen Schritt zu einer künftigen Verbesserung der Situation am Bushof.“ Ohne herumlungernde Drogenabhängige und Alkoholkranke, dafür mit mehr Kundschaft für den Einzelhandel.

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