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Bauarbeiten an der Roermonder Straße: Schleichweg durch die Baustelle gefährdet die Arbeiter

Bauarbeiten an der Roermonder Straße : Schleichweg durch die Baustelle gefährdet die Arbeiter

Schon seit Mitte August wird an der Roermonder Straße in Richterich gearbeitet. Dazu mussten weite Teile der Ortsdurchfahrt für den Verkehr gesperrt werden. Doch nicht alle Verkehrsteilnehmer haben sich offenbar daran gehalten. Am Freitag und Samstag sollen die Arbeiten abgeschlossen werden – wieder unter Vollsperrung.

Was Anfang der Woche auf der Roermonder Straße in Richterich zwischen dem Gewerbegebiet Roder Weg und dem Discounter kurz vor dem Marktplatz passiert, ist sehr gefährlich und außerdem verboten: Dort sind viele Autofahrerinnen und Autofahrer völlig sorglos unterwegs, obwohl dieser Abschnitt wegen Bauarbeiten derzeit voll gesperrt ist. Entsprechende Schilder waren schon Wochen vor Beginn der Arbeiten installiert worden: Durchfahrt verboten!

Angst vor Unfällen

„Es ist nicht nachzuvollziehen, mit welcher Selbstverständlichkeit in den Baustellenbereich gefahren wird“, sagt Tobias Köhler, Bereichsleiter Straße und Verkehr im Aachener Stadtbetrieb. „Es ist ein Wunder, dass hier noch kein schlimmer Unfall passiert ist.“ Ein Phänomen, das erstens nicht nur bei dieser Baumaßnahme auftritt, dort aber nach Mitteilung des städtischen Presseamtes vermehrt: Hinweise auf die großräumige Umleitung werden ignoriert, die Baustelle wird für den Durchgangsverkehr genutzt. „Und dann wird es brandgefährlich“, betont Köhler. Wenn ein Auto – oft auch mit hoher Geschwindigkeit – in den gesperrten Bereich fährt, gefährde der Fahrer nicht nur das Personal auf der Baustelle, sondern auch sich selbst.

Das Problem lasse sich laut Presseamt bei vielen Baumaßnahmen im Straßenraum beobachten: Straßenabsperrungen werden zur Seite gezogen oder aber über Geh- und Radwege umfahren – wodurch die Verkehrsteilnehmer dort gefährdet werden. Und auch wenn neben einer Absperrung aufgrund von Baustellenverkehr oder zur Wahrung der Rettungswege genug Platz für einen Pkw bleibe, gelte trotzdem das angebrachte Verkehrsschild „Durchfahrt verboten“, betont das Presseamt aus gegebenem Anlass.

Hinzu komme eine zunehmende Uneinsichtigkeit bei den Verkehrsteilnehmern, wenn sie vom Personal auf ihre Fehler aufmerksam gemacht werden. Aggressive Reaktionen seien nicht selten.

Umleitungen zwingend

„Natürlich sind größere Umwege unbequem, aber wir machen uns die viele Arbeit für Umleitungskonzepte und Sperrungen ja nicht, um die Menschen zu schikanieren, sondern weil es zwingend notwendig ist“, sagt Köhler.

An der Beschilderung der Baustelle samt Umleitungen hatte es während der Bauzeit Kritik von Richtericher Geschäftsleuten gegeben, die sich schlecht informiert fühlten und die Zufahrten zu ihren Geschäften als unzureichend ausgeschildert empfanden.

Noch bis kommenden Donnerstagabend, 20 Uhr, kommt es auf der Roermonder Straße wegen Asphaltarbeiten zu Teilsperrungen. Am Freitag und Samstag, 11. und 12. September, wird dann noch einmal der komplette Bereich zwischen Berensberger Straße und Schönauer Friede gesperrt. Die Zufahrt zu den Geschäften soll aber – zumindest von einer Seite aus – gewährleistet bleiben.

(hr)