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Aachen: Schlaganfall: Auf die Warnsignale achten

Aachen : Schlaganfall: Auf die Warnsignale achten

Hans Hubert Charlier (65) hat es sich auf einer Liege bequem gemacht, während Dr. Rolf Kaminski, Leitender Oberarzt der Klinik für Neurologie des Medizinischen Zentrums (MZ) Kreis Aachen, mit einem Ultraschallgerät über Charliers Hals fährt.

Auf einem Bildschirm beobachtet der Arzt eine der vier Arterien, die das Gehirn des 65-Jährigen mit Blut versorgen. „Mit dem Ultraschall können wir feststellen, ob die Arterien durch Ablagerungen verstopft sind”, so Kaminski. „Mögliche Ursache für einen drohenden Schlaganfall, die hier mit einfachen Mitteln erkannt wird.” Die Untersuchung ist Teil der Veranstaltung „Schlaganfall - richtig handeln und behandeln”, zu der das Medizinische Zentrum eingeladen hatte.

Das richtige Handeln jedoch sei oft ein Problem, wie Professor Christoph Kosinski, Chefarzt der Klinik für Neurologie im MZ, weiß: „Symptome, die auf eine Schlaganfall hinweisen, sind oft gänzlich unbekannt.” Dabei seien nur vier Warnsignale zu merken: Sprach- und Sprechstörungen, herabhängender Mundwinkel, halbseitige Lähmung und Sehstörungen. „Die Symptome treten ohne Vorwarnung auf und sind zudem schmerzlos”, klärt Kosinski auf. „So werden sie oft nicht ernstgenommen und ignoriert.” Ein fataler Fehler, denn schon drei Stunden nach Auftreten der Signale und einer Nichtbehandlung kann es bereits zu spät sein.

Allein in Stadt und Kreis Aachen seien nach Angaben des Chefarztes 2000 Menschen pro Jahr Opfer eines Schlaganfalls. 1000 davon gingen nach der Behandlung mit einer Behinderung nach Hause. Zahlen, die vermeidbar wären. „Sofort nach Auftreten der Symptome die 112 wählen”, fordert Kosinski. Bevor es so weit kommt, gibt es vorbeugende und effektive Maßnahmen, einen Schlaganfall zu verhindern.

Dr. Frank Bergmann, Arzt für Neurologie und Psychiatrie, kennt die Risikofaktoren: „Übergewicht, Diabetes, Bewegungsmangel und Rauchen sind in den meisten Fällen Gründe für einen Schlaganfall.” Schon alleine das Rauchen könne das Risiko um das Dreifache erhöhen. Auch das Einnehmen der „Pille” stelle gerade bei jungen Frauen eine erhöhte Gefahr dar.

Ernährungswissenschaftlerin Irina Baumbach ist Expertin für gesunde Lebensmittel. Sie räumt mit alten Vorurteilen auf: „Öle sind beispielsweise sehr gesund, wenn es die richtigen sind. Oliven-, Raps-, und Nussöle stehen ganz oben auf der positiven Liste.” Vermeiden sollte der Verbraucher Distel- und Sonnenblumenöl, ebenso sollte er die Finger von „Light”-Produkten lassen. Besser sei es, naturbelassen und frisch zu essen und dabei nicht auf Fleisch und Fisch zu verzichten.