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Aachen: Schenkelberg bringt CD mit preisgekrönter Musik heraus

Aachen : Schenkelberg bringt CD mit preisgekrönter Musik heraus

Manche Dinge brauchen etwas länger Zeit, bis sie richtig gut werden. Das ist auch in der Musik so. Vor 14 Jahren nahm der Akkordeonist HeJoe Schenkelberg — inspiriert von einem kurzen Parisaufenthalt — eine CD mit dem Titel „Out of Paris“ auf: auf einem alten, defekten Acht-Spur-Tonbandgerät, bei dem alle Spuren verrutscht waren.

Zwar richtete Schenkelberg, wieder in Aachen zurückgekehrt, das Malheur, doch richtig veröffentlicht wurde die CD nie. Bis jetzt. Schenkelberg hörte sich sein „altes Baby“ noch einmal in Ruhe an, spielte einige der 25 Stücke neu ein. „Mit der neuen Technik kann man den Sound heute anders bearbeiten. Vieles ist möglich, was Ende der 1990er Jahre noch nicht ging. Doch im Kern sind es die gleichen Stücke.“

Auch ausgezeichnet ist die CD bereits. Beim deutschen Rock- und Pop-Preis erreichte „Out of Paris“ den ersten Preis in der Kategorie „Beste Filmmusik“. „Die Leute haben gesagt, die Stücke sind wie Musik für einen Film, den es noch nicht gibt“, so Schenkelberg.

Seine Liebe zum Akkordeon begann vor rund 20 Jahren, damals spielte er als Pianist und Keyboarder bei verschiedenen Bands. „Ich war immer neidisch auf die Gitarristen, die ihr Instrument einfach überall mit hinnehmen konnten und keinen Strom brauchten“, erzählt er. Doch die Gitarre war nicht seins, dafür entdeckte er das Akkordeon. „Mich hat diese Bewegung immer schon fasziniert. Kleine Kinder suchen immer die Steckdose, weil sie nicht glauben können, dass das ohne Strom funktioniert.

Akkordeon spielen hat etwas von Atmen. Als Musiker ist es außerdem die direkte Umsetzung dessen, was ich spielen möchte.“ Richtig ernst macht er mit dem Akkordeon seit zwölf Jahren. Das Spektrum, was er mit seiner Musik abdeckt, ist breit, reicht vom klassischen Chanson über Pop bis hin zu Blues. „Ich habe aber auch kein Problem damit, Seemannslieder zu spielen“, so Schenkelberg. Bei der Eröffnung des Schiffes der Künstlerin Vera Sous am Grenzübergang Köpfchen hat er das getan, weil es passte. Aber er schlägt auch gerne ernstere Töne an, wie bei Vernissagen oder Veranstaltungen wie der Langen Nacht der Museen. Als Studiomusiker hat er unter anderem mit dem Duo Eigenarts oder mit dem Autor Carsten Berg zusammen gearbeitet. Einen Ausflug in die große Welt des Rock-Business unternahm HeJoe Schenkelberg als Gastkeyboarder bei der britischen Band „The Bollock Brothers“.

Auch Theaterluft hat er geschnuppert. In der Inszenierung „Das Herz eines Boxers“ des Das-Da-Theaters spielte er einen blinden ehemaligen Boxer und Akkordeonspieler. Außerdem wirkte er beim Theaterdinner „Für immer das Meer“ mit. Insofern ist sein Auftritt am Sonntag, 15. Dezember, im Das Da Theater, wo er seine alte neue CD vorstellt, fast schon ein Heimspiel.

(kaa)