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Aachen: Scheibenstraße: Die Haltestelle soll ein Stück hinaufwandern

Aachen : Scheibenstraße: Die Haltestelle soll ein Stück hinaufwandern

Seit Jahren schon stinkt Horst Jankowski das Gedränge direkt vor seinem Frisörgeschäft ganz gewaltig. Und das nicht bloß, weil ihm manchmal der Eingang vollgepinkelt wird. Denn die Haltestelle Scheibenstraße am Adalbertsteinweg beschert dem Coiffeur und seinen Nachbarn verlässlich alltäglichen Verdruss: Viele Busse, viele Fahrgäste und viel zu wenig Platz ergeben jede Menge Ärger ­ diese Gleichung geht auf dem schmalen Bürgersteig vor seiner Ladentür immer auf.

Vor einigen Monaten berichtete die AZ über den Misstand an einer der meistfrequentierten Bushaltestellen Aachens, jetzt scheint sich tatsächlich etwas zu tun: Am Donnerstagabend hat der Verkehrsausschuss zumindest schon einmal einstimmig die Richtung vorgegeben.

Stadtauswärts soll die Haltestelle in den Einmündungsbereich der Frankenstraße verlegt werden, also weg von den Fensterfronten der Geschäftsleute. Dort kann dann auch endlich das Bushäuschen aufgestellt werden, das für Aseag-Haltepunkte dieses Kalibers ­ 432 Busse pro Tag, bis zu 34 pro Stunde ­ eigentlich obligatorisch ist, aber bislang keinen Platz fand.

Die Frankenstraße würde damit zur Sackgasse, die Fußgängerampel zudem hinter die Straßeneinmündung und die Bushaltestelle verlegt werden. Die Kosten: Bei einer neuen Haltefläche in Fließbeton käme man auf gut 45.000 Euro, die Asphalt-Variante schlüge mit 36.000 Euro zu Buche. Die Geschäftsleute wären von dieser Lösung begeistert, haben sie doch selbst eine Verlegung der Haltestelle hoch zur Frankenstraße angeregt. „Das wäre optimal”, sagt Frisör Horst Jankowski.

Bei der Aseag hält sich die Begeisterung derweil in Grenzen. Alle von der Verwaltung am Donnerstagabend im Ausschuss vorgelegten Varianten seien mit Nachteilen für den Busverkehr verbunden, erklärt das Verkehrsunternehmen. Allerdings könne man mit der von der Politik favorisierte Variante noch am ehesten leben ­ auch wenn sich so die stadteinwärts führende Busspur in Mittellage verkürze, die Busse deswegen häufiger vor der Ampel warten müssten und sich dadurch die Fahrzeit verlängere.

Entschieden ist allerdings noch nichts. Im Ausschuss wurde kein Baubeschluss gefasst. Zunächst waren sich die Politiker sogar in die Haare geraten. Schon am Mittwoch hatten etliche CDU-Vertreter in der Bezirksvertretung aus Protest die Sitzung verlassen, weil die Verwaltung die Beratungsvorlage erst kurzfristig vorgelegt hatte. Auch am Donnerstag wurde darüber noch einmal kurz diskutiert, aber letztlich sehen alle Parteien ein, dass mit der Haltestelle Scheibenstraße dringend etwas passieren muss.

Die Verwaltung soll nun diesen Plan konkret ausarbeiten. Dann wird endgültig entschieden und umgebaut ­ was möglichst noch in diesem Jahr passieren sollte. Auch dies fänden Horst Jankowski und seine Nachbarn nach jahrelangem Ärger wohl ziemlich „optimal”.