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Schäden an der CHIO-Brücke in Aachen sind nun Thema vor Gericht

Jetzt sind die Gutachter gefragt : Den Streithähnen gelingt kein Brückenschlag

Wegen der andauernden Schäden an der CHIO-Brücke klagt die Stadt gegen zwei Firmen. Doch der Gütetermin ist am Dienstag scheitert.

Die 7. Zivilkammer am Aachener Landgericht unter Vorsitz von Richter Karl Klöpper hatte für den Dienstag einen sogenannten Gütetermin anberaumt, um die Streithähne möglicherweise doch noch zu einer Übereinkunft zu bewegen. Vergeblich. In der Zivilklage der Stadt Aachen gegen eine Bauunternehmung aus Würselen und ein Aachener Ingenieurbüro sind jetzt die Gutachter gefragt.

Das Thema oder der Gegenstand der Zivilklage ist kein kleiner. Genau genommen ist er 70 Meter hoch und rund 100 Meter lang. Es handelt sich nämlich um die CHIO-Brücke, wegen deren Zustands die Stadt gegen den Oberflächenhersteller aus Würselen und die Aachener Ingenieure klagt. Denn häufig bleibt der Überweg unbenutzt, weil die Brücke in der Soers oftmals wegen tiefer Risse im Bodenbelag gesperrt war. Die Stadt klagt nun auf Vorkasse. 130.000 Euro will sie von der Gegenseite haben, um die Schäden an der Brücke zu beseitigen. Der Bodenbelaghersteller und das planende Ingenieurbüro wollen diese Summe aber nicht zahlen.

Stattdessen hatte die Gegenseite der Stadt im Vorfeld 30.000 Euro angeboten. Die Stadt winkte ab, obwohl noch weitere 6000 Euro als Zahlung im Raum standen. Die durch das Rechtsamt mit dem Juristen Tobias Schlüter und einem Anwalt der Kanzlei Stein & Partner vertretene Stadt will eher aufs Ganze gehen, da ein bereits erstelltes Privatgutachten die Schuld für die dauernden Schäden bei den ausführenden Betrieben sieht.

Warum sich der obere Brückenbelag nun immer wieder von der unteren Dichtungschicht ablöse, wisse man nicht genau. Aber, so die städtischen Juristen: „Wir wollen eine Erfolgsaussicht haben.“ Das konnte auch das Gericht dem Kläger nicht verdenken. Richter Klöpper stellte fest, dass der Versuch einer gütlichen Einigung gescheitert sei.

Nun müsse ein unabhängiger (oder auch mehrere) Gutachter bestellt werden, erklärte Richter Karl Klöpper den Streitparteien, . Das Problem: „In diesem speziellen Bereich ist dem Gericht kein Gutachter bekannt. Es wäre also hilfreich, wenn sich beide Parteien auf einen fachlich anerkannten Gutachter einigen könnten“, sagte Klöpper und setzte dafür eine Frist bis Mitte Januar 2020.

Falls die Gutachten keine eindeutigen Ergebnisse lieferten, beriet die Kammer die Prozessstrategie weiter, könne es sehr wohl passieren, dass man sogar eine Beweisaufnahme mit Zeugen angehen müsse. Denn die Annahmen, warum die Brücke auf dem Weg immer wieder Falten wirft, sind nach wie vor umstritten. Denn manche Fachleute führen auch an, dass die Statik der Brücke mit zu den Verwerfungen beitragen könne.