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Schadstoffe in Kleingartenanlage in Aachen nachgewiesen

Eingeschränkte Nutzung : Schadstoffe in Aachener Kleingartenanlage nachgewiesen

Die Nutzung der Kleingartenanlage Kannegießertal in Aachen ist derzeit bestimmten Vorsichtsmaßnahmen unterworfen, weil dort Schadstoffe nachgewiesen worden sind.

Beide Parzellen der Kleingartenanlage Kannegießertal sind derzeit nur eingeschränkt nutzbar, weil dort nach Mitteilung der Stadt Schadstoffe nachgewiesen worden sind.

Im Februar 2022 hatte die Untere Bodenschutzbehörde im Fachbereich Klima und Umwelt auf zwei Gartenparzellen der städtischen Kleingartenanlage Kannegießertal den Boden untersuchen lassen. Gezielt wurde auf Schwermetalle und polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK), eine Gruppe von insgesamt 16 organischen Schadstoffen, gesucht. Auf beiden Parzellen wurde dabei ein erhöhter Schadstoffgehalt des Schwermetalls Blei und der PAK gemessen. Diese Ergebnisse seien wichtig, teilt das städtische Presseamt mit, weil sie den Anbau von Nutzpflanzen beeinflussen und auch mit Blick auf spielende Kleinkinder eine Rolle spielen können. Die Stadt hat die Pächterinnen und Pächter der Gartenparzellen informiert.

Das Presseamt betont, dass es sich bei den Einschänkungen um reine Vorsichtsmaßnahmen für die anstehende Gartensaison 2022/23 handelt. Für die Kleingartenanlage Kannegießertal sind weitere Bodenuntersuchungen geplant. Bis zur Vorlage einer abschließenden Bewertung dieser Untersuchungen können die Pächterinnen und Pächter ihre Gärten weiterhin nutzen. Sie sollten aber gewisse Regeln und Empfehlungen beachten.

Schadstoffhaltige Schwermetalle kommen laut Mitteilung in Böden in geringem Maße auch natürlich vor. Der erhöhte Schadstoffgehalt gehe vermutlich in erster Linie auf Materialien wie Bauschuttreste, Aschen und Schlacken zurück, die als bodenfremde Bestandteile in den Böden gefunden worden sind. Hierdurch können Schadstoffe wie Blei und PAK in erhöhten Konzentrationen im Boden auftreten. Bei erhöhten Schadstoffgehalten des Bodens können Nutzpflanzen über ihre Wurzeln Schadstoffe aufnehmen. Das geschieht bei den einzelnen Pflanzen- oder Gemüsearten aber unterschiedlich stark. Es gibt Gemüsesorten, die nur eingeschränkt gepflanzt werden können und andere, die vor dem Verzehr nur gründlich geputzt werden sollten.

Bodenkontakt beim Spielen vermeiden

Außerdem sollte bei Kindern bis zu acht Jahren beim Spielen ein direkter Kontakt zum Boden vermieden werden. Den Boden sollten die Kinder nicht in den Mund nehmen. Schadstoffhaltige Flächen können mit Mulch oder ähnlichen Materialien abgedeckt werden. Auf einer dicht bewachsenen Rasenfläche oder in Sandkästen können Kinder hingegen problemlos spielen. Alle sollten sich nach dem Spielen oder der Gartenarbeit die Hände waschen.

Da die gefundenen Schadstoffe über die Wurzeln aufgenommen werden, sollten die Kleingärtner im Kannegießertal auf den Anbau folgender Nutzpflanzen vorerst verzichten: Spinat, Sellerie, Grünkohl, Mangold, Endivie, Erdbeeren, Pflücksalat, Feld- und Kopfsalat, Möhren, Porree, Schwarzwurzeln, Zucchini, Radieschen, Rettich, Zwiebeln, Rote Bete, Kohlrabi und Chinakohl. Wer Hochbeete oder Pflanzkästen mit unbelasteten Böden nutzt, kann all diese Arten anbauen. Broccoli, Blumenkohl und Wirsing können angebaut werden, sofern der geschädigte Boden vorher mit Mulch, Stroh und Folie abgedeckt wurde. Keine Einschränkungen gibt es bei den folgenden Gemüsearten: Erbsen, Busch- und Stangenbohnen, Tomate, Weißkohl, geschälte Kartoffeln, Rosen-, Rot- und Spitzkohl.

Obst, das an Bäumen wächst, kann uneingeschränkt verzehrt werden: Äpfel, Birnen, Kirschen oder Walnüsse. Gleiches gilt für Himbeeren, Brombeeren, Stachelbeeren und Johannisbeeren an Sträuchern. Sollten diese Früchte direkten Kontakt mit dem Boden gehabt haben, empfiehlt der Fachbereich Klima und Umwelt aber, die Früchte vor dem Essen gründlich zu waschen.

Wer weitere Fragen hat, kann sich über folgende Mailadresse an die Stadt Aachen wenden: info-BodenundKleingaertner@mail.aachen.de.

(red)