Aachen: Sanierungsarbeiten an der Brücke Luxemburger Ring im Schnelldurchgang

Aachen : Sanierungsarbeiten an der Brücke Luxemburger Ring im Schnelldurchgang

Ein wenig fühlt man sich an die Männer unter Tage erinnert. Gebückte Haltung, dunkles, feuchtes Klima, enormer Geräuschpegel — ein Arbeitsplatz mit bescheidenem Spaßfaktor. Aber was muss, das muss. Schließlich schuften die Beschäftigten der Bauunternehmung Quadflieg, um den Durchfluss an einer Hauptverkehrsader dieser Stadt wieder möglichst schnell auf Touren zu bringen.

Seit gut zwei Wochen werden unvermeidliche Sanierungsarbeiten an der Brücke Luxemburger Ring zwischen Ronheider Weg und Martelenberger Weg vorgenommen. Die ersten Etappen sind bewältigt, die weiteren Untersuchungen haben keine bösen Überraschungen gebracht — entsprechend gut sind die Perspektiven für die Restarbeiten.

Barbara Siodmok ist — so die korrekte Bezeichnung — stellvertretende Leiterin des Geschäftsbereichs Straßenunterhaltung und Brückenbau des Aachener Stadtbetriebs. Die Sanierung des Brückenwerks liegt in ihrer Verantwortung und lässt sie bislang gelassen bleiben. „Nach Stand der Dinge sind wir nicht nur im Kostenrahmen, wir hoffen auch, zwei Wochen früher fertig zu sein“, skizziert die Bauingenieurin in städtischen Diensten. Zum Ende der Ferien soll die Sanierung der Betonarbeiten des Brückenwerks abgeschlossen sein, dann wird die Straße wieder halbseitig befahrbar. Im September sollte dann wieder freie Fahrt gelten.

Die Arbeiten sind nichtsdestotrotz aufwendig und anspruchsvoll. Die Spannbetonbrücke aus dem Jahr 1970 besteht aus drei Feldern in einer Betonhohlkästenkon-struktion. Und in diesen Kästen, die quasi der Kern der Brücke sind, wurden deutliche Betonschäden festgestellt. Alle sechs Jahre wirft die Stadt bei Hauptuntersuchungen einen genauen Blick auf jedes ihrer 480 Ingenieurbauwerke. Das kann mal die kleine Fußgängerbrücke sein, mal aber auch ein großes Gebäude oder eben eine große Brücke wie die am Luxemburger Ring.

Mit Hochdruck an losen Beton

Mit Hochdruckstrahlern rücken die Experten den losen Betonteilen zu Leibe, die anschließend eimerweise durch schmale Schächte ans Tageslicht befördert werden müssen. Folgt die Sanierung mit Armierungen und neuem Beton. Auf umweltgerechte Entsorgung wird großer Wert gelegt: „Das Druckwasser wird gesammelt, bis sich die Sedimente an Behälterböden abgelagert haben. Erst dann kommt das Wasser mit einem genehmigten PH-Wert wieder in die Kanalisation“, versichert Andries Kalsbeck, Bauleiter bei Quadflieg.

Nach fast 50 Jahren Dauerbelastung nutzt man die Betonsanierung, um auch absehbar notwendige Arbeiten am Fuß- und Radweg vorzunehmen. Derzeit wird bereits mit viel Aufwand die Oberfläche in einer Dicke von 0,5 bis 1,5 Zentimetern abgetragen, anschließend mit einem speziellen Gerät so bearbeitet, dass die neue, rutschfestere Epoxidharzschicht optimal anbindet. Die alten Geländer sind abgefräst und werden durch neue, 150 Meter hohe Konstrukte mit integrierter Schallschutzwand ersetzt. Die im Haushalt angesetzten 600 000 Euro werden nach Stand der Dinge ausreichen.

Inzwischen hat sich auch die Verkehrssituation eingespielt, die naturgemäß in den ersten Tagen für enorme Staus und nicht geringen Anwohnerärger gesorgt hatte. „Die erste Woche ist immer eine Gewöhnungswoche, dann kennen die Autofahrer die Umleitungen oder nutzen großzügige Umfahrungen“, decken sich für Elisa Bresser vom städtischen Pressebüro die aktuellen mit früheren Erfahrungen. Schließlich seien die Hauptarbeiten gezielt in die Ferien gelegt worden. „Acht Wochen für dieses Projekt sind sportlich“, bestätigt Barbara Siodmok, „aber wir sind sehr zuversichtlich.“

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