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Sammlung Crous des Aachener Karnevalsvereins vergibt Geschichtspreis

Siegerehrung und Buchvorstellung : Schüler und Laien laufen den Profis den Rang ab

Im Centre Charlemagne fand jetzt die Preisverleihung vom Geschichtspreis der Sammlung Crous statt, die der Aachener Karnevalsverein (AKV) gemeinsam mit der Sparkasse Aachen und dem Zweckverband Region Aachen vorgenommen hat. Zwei Schülerprojekte und drei Projekte von Laienhistorikern wurden ausgezeichnet.

Seit nunmehr sieben Jahren wird der Geschichtspreis in drei Kategorien vergeben. Dieses Jahr überraschte die Jury mit ihrer Vergabe, an zwei Schülerprojekte und drei Projekte von Laienhistorikern. Die Preise gingen nach Aachen, Würselen, Stolberg und Monschau.

Die beiden Schülerprojekte wurden von der Jury besonders hervorgehoben, zum einen ging ein Preis an Anke Wolf und die Gesamtgrundschule Breinig für ihre Arbeit „Gelbes Kupfer – mobile Objekte". Der zweite Schülerpreis ging an den Geschichtslehrer Timo Ohrndorf und die Betreiberin der Webseite familienbuch-euregio, Iris Gedig, für ihre Arbeit „Villa Buth. Zwischenstation zum Holocaust“. Der Band, der vom Jülicher Geschichtsverein 1923 in seine Reihe aufgenommen wurde, hat seine Wurzeln in einem Oberstufenprojekt des Heilig-Geist-Gymnasiums Würselen. In der Kategorie Privatforscher siegte der Aachener Ernst Cremer mit seinem beeindruckenden Beitrag über „Hanns Bolz. Botschafter der Moderne“ über die expressionistische Arbeit des Aachener Malers.

„Es war uns gerade in der heutigen Zeit einer zunehmenden Geschichtsvergessenheit und im Hinblick auf die jüngere deutsche Geschichte beklagenswerten Erinnerungsmüdigkeit sehr wichtig, herausragende Arbeiten gerade von Schülerinnen und Schülern, die als bewusstseinserweiternd und damit im besten Sinne bildend erfahren wurden, als solche anzuerkennen“, sagte Frank Pohle, Leiter der Route Charlemagne, und fügte mit einem Augenzwinkern hinzu: „Liebe studierten Historiker – seien Sie also bitte nicht zu enttäuscht!“

Einen besonderen Dank sprach AKV-Präsident Werner Pfeil der Jury aus, die seit Jahren diese Aufgabe übernimmt. „Wir haben es uns erneut nicht leicht gemacht, uns unter den zahlreichen, oft guten bis sehr guten, mitunter auch herausragenden Einsendungen diejenigen herauszusuchen, die wir der Sammlung Crous und der Region Aachen für die Preisvergabe vorschlagen wollten“, erklärte Jurymitglied Frank Pohle.

In Zukunft wird übrigens Privatdozentin Dr. Ines Soldwisch für Professor Armin Heinen von der RWTH Aachen und Detlev Stender aus Euskirchen in die Jury rücken. Die Inhaberin des Lehrstuhls für Neueste Geschichte an der RWTH hat mit der Vorstellung der beiden Anerkennungsurkunden für „100 Jahre Frauenwahlrecht in Würselen" und „Zwangsarbeit im Kreis Monschau" ihr Debüt beim Geschichtspreis sehr unterhaltsam gehalten.

Zuvor hatte die Sammlung Crous des AKV zur Buchvorstellung „Aachener Stadtrundgang – Der Alleenring um die Jahrhundertwende 1900" eingeladen. Im vollen Atrium vor mehr als 130 Gästen wurde das neue Buch, das von Bernd Bahrdt zusammengestellt und konzipert und von Monika Korbanek layoutet wurde, vorgestellt. Ausgehend von der unter Napoleon abgerissenen äußeren Stadtmauer entstanden im 19. Jahrhundert entlang des heutigen Alleenrings neue Gebäude, Parks und Alleen. Heute ist davon nicht mehr viel übrig, aber die Postkartensammlung Wintgens, die der AKV mithilfe von Sponsoren vor Jahren aufkaufen konnte, lässt diese Zeit wieder lebendig werden.

Bernd Bahrdt gab in seinem Vortrag einen kurzen Überblick, welche Schätze und unbekannten Ecken es in Aachen um 1900 zu entdecken gab. Das Buch ist reich bebildert und in der Mayerischen Buchhandlung sowie beim AKV erhältlich.

www.sammlung-crous.de

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels hieß es, dass Timo Ohrndorf und Iris Gedig Schüler seien. Dies war ein Fehler und wurde korrigiert.