Aachen: Salonkultur will das Ehepaar Deubner schaffen

Aachen : Salonkultur will das Ehepaar Deubner schaffen

Hoch und weit sind die Privaträume des Ehepaars Deubner, hell fällt das Licht der Nizzaallee durch die großen Fenster. Hier stellt die Aachener Malerin Gisela Mussa ihre zarten Aquarelle, Frottagen, Zeichnungen und andere Arbeiten aus, um Farbe, Spannung und Bewegung in die einst großbürgerlichen und nun modernen Salons und Flure zu bringen.

Salonkultur wollen Maio und Axel Deubner schaffen — eine künstlerische und soziale Erlebniswelt in einer privaten, unkommerziellen Galerie mit Musiksalon , in der sich Freunde und Gleichgesinnte zum Gedankenaustausch und zur Begegnung treffen. Ein großer runder Tisch, an dem 16 Personen Platz finden, steht bereit und lädt zum Verweilen ein. Hier haben bereits erste Arbeitstreffen stattgefunden, etwa von einer Unicef-Studentengruppe — weitere können gerne folgen, wenn das Thema und der Stil zum privaten Rahmen des Salons passt.

Gisela Mussa ist eine alte Freundin der Familie und hat den Umbau und die Renovierung der etwa 100 Jahre alten Räumlichkeiten miterlebt. Ihr Thema sind Verhüllungen. Sie setzt sich gerne mit Vorhängen, Stoffen, Flächen, Überlagerungen und Lichträumen in Bewegung auseinander. Stark ist die Spannung, die von diesen bewegten und bewegenden Arbeiten ausgeht und in der Stille und Weite der Räume wirken kann. Experimentell zeichnet die Künstlerin gerne mit geschlossenen Augen. Mit einem Stift in jeder Hand folgt sie ihrer Intuition und bringt auf Papier, was kommt.

Nicht-kommerzielle Initiative

Schon immer waren Maio und Axel Deubner von der alten Salonkultur begeistert, und lange schon sind sie Fans von „Kettle’s Yard“ in Cambridge. „Kettle’s Yard ist im weitesten Sinne ein Vorbild für uns“, erzählt Maio Deubner von dem Privathaus des ehemaligen Tate-Kurators Jim Ede, der in den 1950er-Jahren begann, aus verfallenen Cottages ein Wohn- und Ausstellungshaus zu gestalten, in dem er Besuchern in seinen Privaträumen seine Sammlung von Kunstwerken zeigte. Mit ihrer nicht kommerziellen Salon-Initiative wollen Deubners Zeichen setzen.

Zum einen soll der private Rahmen Gastlichkeit zeigen. „Jede und jeder, der hier ein- und ausgeht, soll uns seelisch und körperlich gestärkt und mit einem guten Gefühl wieder verlassen können“, sind sich die Deubners einig. Ganz besonders geht es um Haltung und eine gewisse Heiterkeit in bedrohlichen Zeiten als „Zeichen gegen die Hetze, Angstmacherei und Vereinzelung in unserer Gesellschaft.“

Interessenten, die die Ausstellung von Gisela Mussa sehen und das Konzept der Privatgalerie erleben möchten, können unter Tel. 0241/156228 einen Besichtigungstermin vereinbaren. Die Ausstellung hängt noch bis zum 9. August.