Aachen: Sackgasse Büchel: Alles geht von vorne los

Aachen: Sackgasse Büchel: Alles geht von vorne los

Das Thema rollt von einer Sackgasse in die nächste. Und wenn man bedenkt, wie lange für den Verkehr rund um den Büchel schon eine Lösung gesucht wird, dann sind schon einige Sackgassen zusammengekommen.

Aktuell wird das Ganze wieder auf null geschaltet - will sagen: Es geht alles wieder von vorne los. „Die Verkehrsplanungen für diesen Bereich liegen vorerst auf Eis”, sagt Dezernentin Gisela Nacken. Und man merkt ihr an, dass ihr das überhaupt nicht gefällt. Denn seit Mitte der 1990er Jahre wird hin und her diskutiert, etliche Male war das Thema ein heißes Eisen im Kommunalwahlkampf.

Schleppende Vermarktung

Nun schien ein Ende der Geschichte relativ nahe - und dann das: „Ich gehe nicht davon aus, dass die BelEtage so gebaut wird, wie sie geplant war”, ist Nacken sicher, dass das Projekt des Investors Strabag in seiner Form als reines Einkaufszentrum beerdigt wird - auch wenn das von Strabag selbst bislang bestritten wird. Ein offenes Geheimnis aber ist es, dass die Vermarktung für die „BelEtage”, die das Parkhaus ersetzen soll, eher schleppend läuft.

Mehrfach änderten sich Aussagen zum Baubeginn, beim Unternehmen selbst sprach man dann gerne von „Missverständnissen”. Zuletzt hieß es, dass das Parkhaus Ende 2011 abgerissen werden soll. Am Donnerstag war bei der Strabag trotz mehrfacher AZ-Anfragen niemand zu einer Stellungnahme bereit.

Nacken sagt, dass es im Frühjahr Gespräche mit dem Investor geben soll. Was dann kommt, scheint noch unklar. Es könnte ein Mix aus Handel und Wohnen sein. Doch solange das unklar ist, macht es auch keinen Sinn, die Verkehrsplanung voranzutreiben. Und das, obwohl Mitte 2010 endlich ein Gutachten auf den Tisch kam, in dem das Büro BSV die Verkehrsströme in dem sensiblen Bereich untersuchte und für den Betrieb der „BelEtage” Prognosen abgab. Mehrere Varianten wurden aufgezeigt, so etwa eine Verkehrsführung durch die untere Großkölnstraße - einmal mehr Anlass für heftige Debatten in Politik und Bürgerschaft.

Knackpunkt dabei: In der „BelEtage” sollten rund 130 Stellplätze gebaut werden, was der Stadt ein Dorn im Auge war. Sie hatte immer betont, es solle dort in der Nach-Parkhaus-Ära am besten nur noch Dauerparkplätze geben, aber keine mehr für Kurzparker. Dem erteilte der Investor jedoch zügig eine Absage und erklärte, seine Pläne in diesem Falle schnell wieder zu beerdigen.

Jetzt also alles noch einmal von vorne: Bei einer Neuplanung will die Stadt laut Nacken nochmals auf dem Wegfall der Kurzzeitparkplätze bestehen. Was völlig neue Perspektiven für die Verkehrsplaner eröffnen würde - und wohl auch ein neues Gutachten erfordert. Möglicherweise könnte es dann dort doch noch eine ausgedehnte Fußgängerzone geben - so wie ursprünglich angestrebt. Nägel mit Köpfen sind bisher nur an Ursulinerstraße (Fußgängerzone) und Hartmannstraße (Sackgasse) gemacht worden.

In noch weiteren Tüchern als der Büchel sind Elisenbrunnen und Theaterplatz. Vor 2013 wird sich dort verkehrstechnisch nichts ändern - mangels Geld und Planungskapazitäten. Nacken: „Wir haben alle Hände voll zu tun mit anderen Dingen.” Die Apag reibt sich hingegen die Hände, solange der „Goldesel” Parkhaus Büchel stehen bleibt. Aber jetzt, da die Parkhausgesellschaft das verlustreiche Tivoli-Parkhaus übernimmt, kann man solide Einnahmequellen ja auch gut brauchen.