RWTH-Vollversammlung in Aachen muss noch warten

Nachhaltigkeit an der RWTH : Die Vollversammlung, die (noch) nicht stattfand

Eine geplante Vollversammlung an der RWTH sorgt zurzeit bei einigen Studenten der Aachener Hochschule für Unmut. Am Dienstag, 18. Juni, sollten sich mehrere Tausend Studenten mit dem Thema Klimawandel beschäftigen und Empfehlungen für mehr Nachhaltigkeit an der RWTH aussprechen. Weil die Studenten jedoch kein ausreichendes Sicherheitskonzept vorlegten, musste die Versammlung verschoben werden.

Rund 3000 Unterschriften hatten die Studenten gesammelt, um noch vor der Sitzung des Aachener Stadtrats am 19. Juni, in der über den Klimanotstand beraten wird, und der Großdemonstration von „Fridays for Future“ am 21. Juni ein Zeichen zu setzen. Darüber hinaus hatte auch das Studierendenparlament am 5. Juni beschlossen, eine entsprechende Vollversammlung einzuberufen.

Dass die Studenten nun doch noch ein paar Wochen länger auf ihre Vollversammlung warten müssen, ist der kurzen Vorbereitungszeit geschuldet. Erst in der vergangenen Woche seien die Initiatoren auf die Hochschulverwaltung zugekommen, um den großen Hörsaal im RWTH-Hörsaalzentrum Carl zu reservieren, berichtet Philipp Schulz, Vorsitzender des Studierendenparlaments, auf Anfrage unserer Zeitung. Von dort aus hätte die Vollversammlung dann bei Bedarf auch per Video in angrenzende Hörsäle übertragen werden können. Allerdings nur mit einem entsprechenden Sicherheitskonzept, so die Forderung der RWTH. Das habe man jedoch innerhalb der kurzen Zeitspanne nicht ohne offene Fragen erstellen können, erklärt Schulz. „Wir waren wohl alle ein Stück weit naiv, dass wir glaubten, das so schnell organisiert zu bekommen.“

Das sehen studentische Vertreter von „Fridays for Future“ sowie die Linke-Hochschulgruppe SDS indes anders. „Antidemokratische Tendenzen“ wirft etwa Samuel Krämer vom SDS am Dienstag in einer Pressemitteilung der RWTH vor. Einige Tage zuvor hatten Vertreter von „Fridays for Future“ der Hochschule ebenfalls öffentlich unterstellt, die Vollversammlung zu behindern. Eine Einschätzung, die weder das Studierendenparlament noch der Asta auf Nachfrage unserer Zeitung teilen.

Dass das Engagement der Studenten an der RWTH gerade zum Thema Nachhaltigkeit „jederzeit“ willkommen sei, betont RWTH-Rektor Ulrich Rüdiger. „Die Studierendenvertretung und die zahlreichen Hochschulgruppen können ungehindert ihrer Arbeit nachgehen und erhalten von der RWTH jegliche Unterstützung, die möglich ist“, teilt Rüdiger mit. „Klar ist aber auch: Die Regeln für die Organisation einer Veranstaltung müssen eingehalten werden. Dazu gehört ein schlüssiges Sicherheitskonzept, denn die Hochschule hat ihren Studierenden gegenüber eine Fürsorgepflicht, die sie sehr ernstnimmt. Dazu gehört aber auch, dass für die Organisation einer Vollversammlung für rund 45.000 Studierende ein gewisser zeitlicher Vorlauf erforderlich ist, der hier nicht gegeben war."