RWTH und FH in Slowenien

Der Podestplatz ist ein echter Erfolg

Wenn 13 Aachener Studierende im Hochsommer ein Freibad besuchen, ist das eigentlich nichts Außergewöhnliches. Reisen sie dafür – samt vier Betreuern und einem Schiedsrichter – nach Slowenien statt zum Aachener Freibad Hangeweiher, dann verwundert das schon. Die Studierenden der FH und RWTH vertraten Deutschland beim ersten „European Universities Water Polo Championship“ im slowenischen Koper – sozusagen der Uni-Europameisterschaft des Wasserballsports. Gespielt wurde im Freibad unter Fluchtlicht.

Polen, Ungarn, Nordmazedonien und Slowenien: Diese Gegner galt es zu schlagen, um sich den begehrten Pokal zu sichern. „Wir wussten, dass es schwierig wird“, erklärt Robin Breuer, Spieler des Aachener Teams. Schließlich galt insbesondere Ungarn als Favorit. Nicht umsonst ist das Land Rekord-Olympiasieger und ein ungarischer Verein diesjähriger Champions-League-Sieger im Wasserball. Am Ende musste sich die deutsche Mannschaft Ungarn und Polen geschlagen geben; sie konnte sich aber dennoch den dritten Platz sichern.

Die Spiele in Slowenien waren „deutlich körperbetonter“ als andere, meint Marvin Jansen, der normalerweise für den Aachener Schwimmverein (ASV) in der zweiten Bundesliga auf Torejagd geht. „Und schneller, physischer.“ Beim bundesweiten Wettbewerb im Dezember sah das noch ganz anders aus: Das Aachener Team dominierte klar, schlug den Gegner im Finale mit zweistelliger Tordifferenz und sicherte sich so das Ticket für die Europameisterschaft.

Freuten sich über Bronze: Marvin Jansen und Robin Breuer (rechts). Foto: Joel Teichmann

Ob Ägypter, Tunesier, Costa-Ricaner, Portugiese oder Deutscher – sie alle spielten gemeinsam für Deutschland. Denn bei dem Uni-Wettbewerb war nicht die Nationalität entscheidend, sondern der Studienort. Wer in Aachen studiert, durfte für Aachen antreten. Eins hatten die Spieler der deutschen Auswahl gemeinsam: Für gewöhnlich schwimmen sie alle im Becken des ASV. Es sei eine Mischung aus erster und zweiter Mannschaft, erläutert Jansen. Und ebenso eine Mischung aus FH- und RWTH-Studierenden.

Selbst bezahlen

Für viele lag die Reise mitten in der Prüfungsphase. „Einige haben deshalb abgesagt“, erzählt Breuer. Andere nahmen ihre Lernsachen mit in die slowenische Unterkunft. Bezahlen mussten die Studierenden die Fahrt unterdessen selbst – zumindest teilweise. Den Rest steuerten unter anderem die Universitäten bei.

Den „European Universities Water Polo Championship“ gewann übrigens Polen. Breuer und Jansen jedenfalls zeigten sich mit dem dritten Platz ihres Teams zufrieden: „Es ist ein guter Saisonabschluss.“

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