Aachen: RWTH-Physikwoche: Schüler besuchen Vorlesungen und Institute

Aachen: RWTH-Physikwoche: Schüler besuchen Vorlesungen und Institute

Eines der bekanntesten Experimente der Physik-Geschichte sowie die Simulation des menschlichen Auges standen am Abschlusstag der Physikwoche auf dem Programm: 35 Schüler aus Stadt und Städteregion besuchten eine Woche lang Vorlesungen und Institute der RWTH, zum Finale war dann die praktische Arbeit an der Reihe.

„Ich habe mein Fachwissen aus der Schule in dieser einen Woche deutlich ausbauen können. Außerdem zeigte mir die Auseinandersetzung mit Zukunftstechnologien berufliche Perspektiven auf“, verriet Schüler Richard Kraft. Der 18-Jährige macht in knapp einem Jahr sein Abitur und empfand vor allem den Besuch des Instituts für Elektrotechnik als besonders spannend.

„Exzellente Lehrqualität“

Schülern wie ihm bietet die Physikwoche, organisiert vom Physikzentrum in Kooperation mit der Stadt Aachen und der Bürgerstiftung der Sparkasse, seit über 15 Jahren einen ersten Einblick in das Studentenleben. „Das Thema Licht steht immer im Fokus, da die experimentelle und theoretische Bearbeitung auch für Schüler geeignet ist. Promovierte Professoren, wissenschaftliche Mitarbeiter und Physik-Studenten sorgen zudem für exzellente Lehrqualität“, beschrieb Professorin Heidrun Heinke das Konzept der Physikwoche.

„Die Vorlesungen waren anstrengender und intensiver als der Schulunterricht“, spürte auch Kraft die angesprochene Lehrqualität sowie die achtstündigen Forschungstage während der Physikwoche. Der Experimentaltag, den sich auch Bürgermeisterin Margrethe Schmeer und Sparkassen-Vorstandsmitglied Wilfried Nellessen nicht entgehen ließen, kam deswegen fast schon entspannt daher.

Zu den Aufgaben der abschließenden Experimente gehörte es herauszufinden, wie Weit- und Kurzsichtigkeit durch verschiedene Linsen korrigiert werden können. Zudem wurde das weltberühmte Michelson-Morley-Experiment — oder zumindest die Miniatur-Version davon — von Schülern ausgeführt.

Erfolg und Scheitern

Maxim Clemut vom Couven-Gymnasium und Lars Maier vom Kaiser-Karls-Gymnasium konnten beim Nachstellen des Experiments darauf bauen, dass sie sich trotz verschiedener Schulen bereits kannten. „Unsere Gymnasien kooperieren bei der Erstellung von Leistungskursen, daher sind wir gemeinsam in einem Physik-LK“, erklärte der erst 16-jährige Clemut diesen Umstand.

Bei ihrem Experiment handelte es sich um einen der berühmtesten „gescheiterten“ Versuche, der die Theorie eines Licht-Äthers Ende des 19. Jahrhunderts nicht belegte, sondern widerlegte. Gleiches konnten auch die Schüler mit Hilfe eines Laserstrahls und zwei Spiegeln erneut beweisen.

Beide bestätigten ebenfalls, dass die Woche eine gute Orientierungshilfe war, wie Physik im Studium aussehen wird. „Nächstes Jahr will ich Maschinenbau studieren, da wird mich Physik nicht loslassen“, blickte Clemut schon einmal in seine mögliche berufliche Zukunft, auf die die Physikwoche bereits einen Vorgeschmack bot.

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