RWTH Motor Day : Glanz der Automobilgeschichte rollt durch Aachen und die Region

Die Idee zum RWTH Motor Day kam vor einigen Jahren Professorin Dr. Doris Klee und Hans Keller selbst. Sie wollten Aachen etwas präsentieren und Menschen die Möglichkeit geben, verhältnismäßig günstig an einer Rallye teilzunehmen, erklärte Klee im Rückblick. Die all-inclusive Teilnahmegebühr für den Motor Day betrug in diesem Jahr 70 Euro für zwei Personen – das sei für eine Rallye verhältnismäßig günstig. Doris Klee war dabei nicht nur hinter den Kulissen tätig, sondern auch selbst auf der Strecke unterwegs.

Schon zum fünften Mal fand in diesem Jahr in Kooperation mit der Stadt Aachen der RWTH Motor Day statt. Bei dem Oldtimer-Event treten auf einem 126 Kilometer langen Rallye-Parcours durch Aachen und das Umland 90 Teams gegeneinander an. Neben Studenten waren diesmal Beschäftigte der RWTH und der FH sowie Bürgerinnen und Bürger aus Belgien, den Niederlanden und der Kaiserstadt dabei.

Wie auch in den Vorjahren zog der Motor Day 2019 viele „Stammkunden“ an, die jedes Mal kommen. Klee schätzte ihren Anteil auf etwa 50 Prozent. „Ihr werdet immer besser, für nächstes Mal muss ich mir eine Kleinigkeit mehr einfallen lassen“, lobte Hans Keller das Fahrgeschick der Teilnehmer bei der Siegerehrung.

Seit Beginn dabei

Einer von denen, die seit dem ersten Motor Day 2014 dabei sind, ist Philipp Klee, der Sohn von Mitorganisatorin Doris Klee. „Das ist hier eine sehr schöne und für Autofahrer sehr freundliche Strecke“, sagte er nach dem Rennen. Seine Freundin und Mitfahrerin Sandra Quast war hingegen zum ersten Mal mit dabei – und würde die Rallye im nächsten Jahr glatt wieder machen. „Nach ein wenig Eingewöhnung war man schnell drin“, erklärte Quast, die gemeinsam mit Philipp Klee in einem Leyland Mini Estate (Baujahr 1978) unterwegs war. Wenn man einmal angefangen habe, packe einen schnell der Ehrgeiz.

Kurz vor dem Beginn der Rallye stellte Professor Stefan Pischinger gemeinsam mit einem Team der FEV das Fafnir-Cabrio-Modell 0901 von 1911 vor. Eine Bühne fand auch das Forschungsprojekt „Adaptive City Mobility“ (ACM2) vom Institut Production Engeneering of E-Mobility Components. Bei dem Modell ACM2 handelt es sich um ein neues energieeffizientes Elekto-Leichtfahrzeug mit einem Akkuwechselsystem. „Beim Motor Day geht es sowohl um das Kulturgut Oldtimer als auch um die automobile Zukunft“, erklärte Klee.

Der Startschuss für die ausgebuchte Rallye, die in zwei Etappen gefahren wurde, fiel schließlich gegen 10 Uhr, gegen 17 Uhr trudelten die letzten Fahrzeuge im Ziel ein. Die Siegerehrung fand im Anschluss im Super C statt. Als Gesamtsieger gingen letztendlich Marian Bronny und Claudia Kowalski-Bronny mit ihrem Wartburg 311 Camping (Baujahr 1964) hervor. Sie lagen zeitlich gleichauf mit Marc Kistemann und Lucien Letocard, die mit ihrem Alfa Romeo GTV aufgrund des späteren Baujahrs (1985) den zweiten Rang einfuhren. Nächstes Mal brauche man eine Wertung bis auf hundertstel Sekunden, merkten die Verantwortlichen schon an.

Kapazitätsgrenze erreicht

Im Rahmen der Siegerehrung bedankte sich Keller bei allen Teilnehmern „für eine tolle und faire Fahrweise. Wenn es Euch gefallen hat, sagt es bitte nicht weiter“, ergänzte er mit einem Augenzwinkern. „Denn mehr als die 90 Teams, die wir schon haben, können wir nicht zulassen.“ Fest vorgenommen haben sich die Verantwortlichen die sechste Auflage der Motor Days im Jahr 2020 schon jetzt.

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