Rumänien-Aktion Aachen-Nordwest: Hilfe bleibt existentiell wichtig

Aachen: Rumänien-Hilfe bleibt existentiell wichtig

Der harte Kern der Rumänien-Aktion Aachen-Nordwest ist entschlossen, den Menschen im rumänischen Caransebes weiterhin Unterstützung und Hilfe angedeihen zu lassen. Die Partnerschaft, die vor fast 28 Jahren ins Leben gerufen wurde, soll auch in Zukunft weiter gedeihen.

Für Belebung auf Aachener Seite sorgen hilfsbereite Mitstreiter aus den katholischen Pfarren Heilig Kreuz am Ponttor, St. Andreas in der Soers, St. Martinus in Richterich und St. Heinrich in Horbach. Aber der Kreis der Getreuen wird immer kleiner. „Wir werden älter, wir brauchen unbedingt Nachwuchs“, ist nicht zu überhören. Doch müde sei man längst noch nicht geworden. Freundschaften schließen gehe sehr schnell, aber Freundschaften erhalten sei eine stetige Herausforderung. Annegret und Theo Brauers, Marlies und Michael Frohn, Rolf und Brigitte Igel sowie Hans Gillessen erzählen, dass sich in Caransebes manches verändert, sogar verbessert habe. Die Menschen seien offener geworden, gingen aufeinander. Man spüre auch nach 28 Jahren immer noch die Dankbarkeit.

Die Kassen sind leer

Hans Gillessen berichtet, dass einige Gruppen aus dem Ort einen Antrag auf EU-Beihilfen weiter gegeben hätten in der Hoffnung, rasch Geld für ihre Projekte zu bekommen. „Die Stadt zahlt gar nichts, die Kassen sind leer“, so Gillessen. Wohl aber seien die Beamtengehälter beachtlich angehoben worden.

Die Aachener werden weiter helfen. Leider können keine Hilfsgüter mehr versendet werden, aber die von der Rumänien-Aktion ins Leben gerufenen Projekte „Ambulanter häuslicher Pflegedienst“ für alte und kranke Menschen, die „Lernförderung für mittellose Kinder“ sowie der „Fahrbare Mittagstisch“ für mittellose alte Menschen sollen auch in Zukunft finanziell unterstützt werden.

Die Aachener „Dr.-Irmgard-Hoven-Stiftung für Kinder in Not“ hilft seit vielen Jahren bei der Betreuung der Kinder in Rumänien. Kinder aus hilfsbedürftigen Familien bekommen nach dem Schulunterricht eine warme Mahlzeit und anschließend Hilfe bei den Hausaufgaben. Oft werden kleinere Geschwister mit versorgt.

Die gute Zusammenarbeit laufe über Jahre ohne Verträge, ohne feste Regeln oder Bedingungen und Vorschriften. „Das Einzige, was uns geleitet hat“, so Ludwig Mleziva, Direktor der Caritas Caransebes, „war die Menschlichkeit, Zuversicht und treue Begehr zu helfen, Freude zu schenken an Menschen, die ein widriges Schicksal überleben müssen“. In über 27 Jahren hätten beide Seiten alle Schikanen und Schwierigkeiten überstanden und Ziele erreichen können.

Sammlungen starten

Ist denn immer noch Hilfe notwendig? Für die Aachener Aktion überhaupt keine Frage, eher eine Selbstverständlichkeit, mit gezielten Aktionen weiterhin Geld für die Freunde in Rumänien zu sammeln. Erste Gelegenheit dazu ist eine Türkollekte nach den Gottesdiensten am 1. Adventssonntag, 2. und 3. Dezember, in St. Martinus (Richterich) und St. Heinrich (Horbach). Am 2. Advent in St. Andreas in der Soers.

In „Hörberich“ wartet Michael Frohn bereits zum 17. Male mit seinem Glühweinausschank auf reichlich Abnehmer, nach den Sonntagsgottesdiensten im Advent und nach der Christmette vor der Pfarrkirche St. Heinrich. „Dieser Erlös wird, wie in jedem Jahr, speziell für die Speisung von Straßenkindern in Caransebes verwendet“, so Frohn.

Theo Brauers und Marlies Frohn erbitten Geldspenden auf das Spendenkonto der „Rumänien-Aktion Aachen-Nordwest“, Sparkasse Aachen, IBAN: DE 84 3905 0000 0000 0060 56; Spendenquittungen werden auf Wunsch ausgestellt.

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