Laurensberg: „Rugbeez“ des Rugby Clubs: Geballte Frauenpower am Hander Weg

Laurensberg : „Rugbeez“ des Rugby Clubs: Geballte Frauenpower am Hander Weg

Kalt ist es auf dem großen Sportplatz in Laurensberg. Inmitten der Dunkelheit erhellen lediglich die Flutlichter den Platz am Hander Weg. Es ist 19.30 Uhr, und während im angrenzenden Schulkomplex die Lichter aus sind und absolute Stille herrscht, hört man auf dem Rasen Stimmen. Betritt man die Szenerie, bietet sich dem Betrachter ein Bild, das nicht so recht zu den frostigen Temperaturen passen will.

Nur in Sportklamotten und mitunter sogar in kurzer Hose trainiert hier eine Gruppe junger Frauen. Sarah Biesenbach ist nicht nur eine von ihnen, sie ist gleichzeitig auch Mannschaftskapitänin und Trainerin vom Frauenteam des Rugby Clubs (RC) Aachen, den „Rugbeez“. Die Kälte macht ihr und ihrer Mannschaft nichts aus. Erstmal warm gemacht, beginnt auch schon das Training. Die Mannschaft spielt 7er-Rugby in der Deutschen 7er-Liga Frauen West. „7er- Rugby ist eine abgewandelte, neuerdings sogar olympische Form des klassischen 15-er Rugby, wie man es beispielsweise von der Weltmeisterschaft 2015 in Großbritannien kennt. Es ist athletischer, schneller und ein Spiel dauert statt 80 Minuten bloß 14 Minuten“, erzählt Biesenbach. Aufgrund dieser Tatsache findet deshalb anstelle wöchentlicher Spiele einmal im Monat ein Ligaturnier statt.

Dass Frauen in dem Mannschaftssport, dessen Ziel es ist, den eiförmigen Ball am Gegner vorbeizutragen oder zu kicken, nach wie vor in der Minderheit sind, stört die Mannschaft nicht. Im Gegenteil: Vorurteile wissen sie gut zu kontern. „Viele sind verwundert, wenn ich erzähle, dass ich Rugby spiele, finden es dann aber echt cool“, erzählt Spielerin Karo Müller und ergänzt: „Wer denkt, dass Frauen anders Rugby spielen als Männer, der irrt. Sport ist Sport, und da gibt es keinen Unterschied bei den Geschlechtern. Wir sind höchstens etwas sozialer, wenn es darum geht, für ein anderes Team mal einzuspringen oder ähnliches.“

Auch die Annahme, der Sport sei aggressiv, widerlegen die Frauen sofort. „Rugby ist total fair und hat nichts mit Aggressionen zu tun. Bei uns herrscht generell immer eine gute Stimmung, und wir unternehmen auch abseits des Platzes gemeinsame Dinge“, sagt Spielerin Anne Heiligers. Altersmäßig bewegt sich die Gruppe zwischen 18 und 32 Jahren. Nachwuchs wird immer gesucht.

Wer Lust hat, kann den Sport ganz einfach mal ausprobieren. Vorkenntnisse oder besondere Fähigkeiten sind nicht nötig, lediglich ein Mundschutz und Stollenschuhe müssen bei regelmäßiger Teilnahme angeschafft werden. 2014 erzielte die Frauenmannschaft den dritten Platz bei den Deutschen Hochschulmeisterschaften im Rugby.

Die Saison 2014/2015 schlossen die Mädels sogar als Pokalsiegerinnen ab, und dieses Jahr konnten sie den dritten Platz in der Ligarunde erkämpfen.