Aachen: Rückfälliger Sexualstraftäter vergeht sich erneut an Kindern

Aachen : Rückfälliger Sexualstraftäter vergeht sich erneut an Kindern

Er war wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern erheblich vorbestraft, stand nach seiner Haftentlassung unter besonderer Beobachtung der Polizei und ist dennoch wieder rückfällig geworden: Vor der 5. Großen Strafkammer des Aachener Landgerichts hat ein 39-jähriger Aachener am Mittwoch gestanden, einen achtjährigen und einen zwölfjährigen Jungen in Aachen sexuell missbraucht und den älteren auch körperlich misshandelt zu haben.

Von dem jüngeren machte er außerdem mit seinem Handy pornografische Bilder, die er via „Whats-App“ verschickte. Insgesamt werden ihm fünf Taten vorgeworfen, die zwischen April 2017 und Januar 2018 begangen wurden. Bei den beiden Opfern handelt es sich um den Sohn einer Bekannten, auf den er zu den Tatzeiten jeweils aufpassen sollte, und einen Freund des Sohns, der zu Besuch war.

Der 39-Jährige räumte zu Prozessbeginn in einer kurzen Erklärung, die sein Anwalt verlas, die Vorwürfe „in vollem Umfang“ ein. „Es tut ihm sehr leid“, erklärte sein Anwalt, „er weiß, dass mit ihm etwas nicht stimmt und er Hilfe braucht.“ Er bereue, was er den Kindern angetan habe, und wolle ihnen mit seinem Geständnis eine Aussage vor Gericht ersparen. Am nächsten Verhandlungstag wolle er umfassend aussagen, kündigte der Anwalt an.

2010 erhielt er fünf Jahre Haft

Bereits im Jahr 2010 war der Mann vor dem Aachener Landgericht zu einer fünfjährigen Haftstrafe verurteilt worden — wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern in nicht weniger als 47 Fällen. Wie vor Gericht jetzt bekannt wurde, wurde er nach seiner Haftentlassung in das sogenannte „Kurs“-Programm aufgenommen. Hinter dem Kürzel verbirgt sich die „Konzeption im Umgang mit rückfallgefährdeten Sexualstraftätern“ in NRW.

Das Projekt sieht eine Führungsaufsicht nach der Haft vor, mit der Polizei, Staatsanwaltschaft, Justiz und Bewährungshilfe im engen Schulterschluss versuchen, die bei Sexualstraftätern generell hohe Rückfallgefahr zu minimieren. Zu dieser Aufsicht gehören in der Regel diverse Auflagen, die die Probanden erfüllen müssen — im Fall des 39-Jährigen dürfte beispielsweise wegen seiner früheren Taten ein Annäherungsverbot in Bezug auf Kinder dazugehört haben. Dennoch konnte ein Rückfall nicht verhindert werden.

Der Prozess wird am kommenden Montag fortgesetzt. Im Falle einer Verurteilung droht dem Angeklagten nun neben einer Haftstrafe auch eine anschließende Sicherungsverwahrung.

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