Rotaviren-Ausbruch im Alexianer-Krankenhaus in Aachen

Besuche eingeschränkt, Patienten isoliert : Rotaviren machen dem Alexianer-Krankenhaus zu schaffen

Das Alexianer-Krankenhaus hat seit gut einer Woche mit einem größeren Rotaviren-Ausbruch zu kämpfen. In Absprache mit dem Gesundheitsamt hat die Einrichtung strenge Hygienerichtlinien erlassen, um die weitere Ausbreitung zu verhindern. Die Lage sei inzwischen stabil, heißt es seitens des Alexianer-Krankenhauses.

Das Haus sei von einer Infektion in solch größerem Ausmaß lange verschont geblieben, sagt Manuela Wetzel, Referentin der Geschäftsführung, die den Ausbruch allerdings auch als typisch für die Jahreszeit bezeichnet. Man setze derzeit stark auf Präventionsmaßnahmen und versuche vor allem auch das Zusammentreffen größerer Gruppen zu verhindern. Unter anderem musste deshalb kürzlich auch ein Pressetermin zur Erweiterung der Allgemeinpsychiatrischen Tagesklinik abgesagt werden.

Die Besuche seien insgesamt deutlich eingeschränkt worden, einzelne Patienten sind isoliert worden. „Wir versuchen, die Bewegung im Haus so gering wie möglich zu halten“, sagt Wetzel. So ist es auch mit dem städteregionalen Gesundheitsamt abgesprochen worden, das bereits am 22. März über den Ausbruch der meldepflichtigen Rotaviren informiert worden ist. „Die Isolierung betroffener Patienten und die Intensivierung der Händehygiene“ zählen demnach zu den wichtigsten Maßnahmen.

Stationen mussten bislang hingegen nicht geschlossen werden, sagt Wetzel. Zudem habe man mit der Aachener Uniklinik Absprachen getroffen, um weitere Aufnahmen sicherzustellen. So soll gewährleistet werden, dass kein Patient ohne Hilfe bleibt. Sollte sich jemand nicht stabil fühlen, könne sich die oder der Betroffene jederzeit auch an die psychiatrische Institutsambulanz wenden, betont Wetzel. Der Krankenstand des Personals ist ihren Angaben zufolge „vernachlässigbar“, auch dies zeige, „dass die Hygieneregeln greifen“.

Zu den gängigen Zeichen einer Erkrankung durch Rotaviren gehören Durchfall, Erbrechen und Bauchschmerzen. Häufig tritt auch Fieber mit Husten und Schnupfen auf. Gefährdet sind vor allem Kleinkinder, ältere Leute und Menschen mit schwachen Abwehrkräften. Von einem Ausbruch ist die Rede, „wenn zwei oder mehr gleichartige Erkrankungen auftreten, bei denen ein epidemiologischer Zusammenhang wahrscheinlich ist oder vermutet wird“, teilt das Gesundheitsamt auf Anfrage mit. Meldungen über weitere Ausbrüche liegen der Behörde derzeit nicht vor. Außerhalb des Alexianer-Krankenhauses gebe es aktuell „nur vereinzelte, nicht zusammenhängende Meldungen von Rotavirus-Infektionen“.

Die unsichtbaren Erreger wie Rota- oder Noroviren, Salmonellen, Legionellen oder multiresistente Keime stellen große Gemeinschaftseinrichtungen wie Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen oder Kitas immer wieder vor große Herausforderungen und können zu starken Einschränkungen bis hin zu vorübergehenden Betriebsschließungen führen.

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