Aachen: Rotary-Clubs und Inner Wheel laden erstmals zur Benefiz-Gala

Aachen: Rotary-Clubs und Inner Wheel laden erstmals zur Benefiz-Gala

Tolles Essen, beste Unterhaltung, Tanz, entspannte Gespräche — wohl niemand aus der 140-köpfigen Gästeschar bereute am Samstagabend sein Kommen. Dementsprechend fiel auch die Bilanz, die Harald Schmidt zog, überaus positiv aus: „Wir sind begeistert“, freute sich der Präsident des Rotary-Clubs Aachen nach dem Benefizball im Ballsaal des Alten Kurhauses.

Sein Club hatte gemeinsam mit den Freunden der Rotarier Aachen-Charlemagne, Aachen-Frankenburg, Aachen-Land sowie dem Inner-Wheel-Club Aachen zu einem besonderen Abend eingeladen. Besonders, weil wirklich etwas geboten wurde, besonders aber vor allem, weil die Einnahmen zwei bemerkenswerten Projekten zufließen: der „Produktionsschule“ und dem Projekt „Jugendliche außerhalb unserer Gesellschaft“, beide angesiedelt beim Sozialwerk Aachener Christen. Nach dem Abend können die Projekte mit 15 000 Euro mehr planen. Genau so hoch war der Erlös.

„Wir waren ganz schön nervös“, gestand der Rotary-Präsident Harald Schmidt hinterher. Schließlich handelte es sich um eine Premiere. Angesichts der Konstellation des Abends hätte er wohl entspannt bleiben können. Schließlich kümmerte sich Sternekoch Christof Lang um das Menü, die Kabarettistin Liza Kos sorgte mit ihrer inzwischen längst bekannten Mischung aus musikalischen und verbalen Spitzen für anspruchsvolle Unterhaltung.

Zauberei und Tanz

Genau dies schaffte Heinz Jörg Ebert auf recht ungewöhnliche Art. Der Geschäftsmann aus Gießen hätte gut und gerne eine professionelle Laufbahn als Tenor einschlagen können, entschied sich aber anders. Jetzt tritt er als geschulter Sänger bei Benefizveranstaltungen auf und kredenzt dem Publikum stets eine ungewöhnliche Mischung. So auch am Samstagabend im Kurhaus, als er mal „Nessun dorma“ von Puccini und mal „Highway to hell“ der Hard­rocker ACDC anstimmte. Das Publikum war begeistert. Hinzu kam Zauberei, und zum sportlichen Abschluss legte DJ Wack Daniels auf — getanzt wurde bis in die Nacht.

Unterstützt werden die beiden Projekte des Sozialwerks. In der Produktionsschule gewinnen Jugendliche ohne ausreichende Ausbildungsreife in multikulturellen Teams und realistischen Produktionsprozessen eine neue Lebensstruktur sowie eine neue Lern- und Arbeitshaltung. So gewinnen sie auch wieder eine Perspektive für die persönliche Zukunft. Persönliche und fachliche Entwicklungsförderung verhelfen den jungen Menschen zu Selbstwertgefühl, sozialen Fähigkeiten — und vor allem zur Aufnahme einer Ausbildung.

Im zweiten Projekt kümmert sich das Sozialwerk um die rund 4000 jungen Menschen mit in- und ausländischen Wurzeln in Aachen, die in desolaten Verhältnissen leben. Oft sind sie auch losgelöst von sozialen Kontakten. Die Sozialpädagogen des Sozialwerks suchen, unterstützen und reintegrieren die jungen Menschen. Spenden wie die aktuellen dienen Grundbedürfnissen wie Kleidung, Essen und Wohnen.

Angesichts dieser Herausforderung waren die Veranstalter des Galaabends im Alten Kurhaus umso glücklicher, dass die Premiere hervorragend geklappt hat. Und Harald Schmidt unterstrich hinterher: „Wir haben gute Erfahrungen gemacht und jetzt auch ein Team beisammen. Warum sollten wir das nicht im kommenden Jahr wieder nutzen?“ Eine Wiederholung des Benefizballs ist also wahrscheinlich.

(red)