Aachen: Rotary Club würdigt Aix-la-Sports mit einer Spende

Aachen: Rotary Club würdigt Aix-la-Sports mit einer Spende

Mit einer Spende über 4000 Euro sorgt der Rotary Club Frankenberger dafür, dass noch mehr junge Flüchtlinge das Schwimmen lernen können — oder selbst Trainer werden.

Sportliche Betätigung, Interaktion mit anderen, am Schwimmunterricht teilnehmen können und ganz einfach Spaß daran haben, im Wasser herumzutoben: Von den vielen Vorteilen des Schwimmenlernens sind die Gründer von Aix-la-Sports überzeugt. Der Mitte 2014 gegründete Verein will daher vor allem benachteiligten Menschen eine Schwimmausbildung ermöglichen. Aktuell durchlaufen rund 140 geflüchtete Kinder und Jugendliche die Schwimmausbildung in der Elisabethhalle — mit großem Erfolg.

Das sei vor allem den eher ungewöhnlich aufgebauten Schwimmkursen zu verdanken, so Christine Weber von Aix-la-Sports. Anders als in Kinderschwimmkursen, in denen das Training über eine kurze Zeit immer weiter angezogen wird, setzen die Kurse des Vereins auf einen längeren Lernzeitraum: Über 28 Stunden können die Teilnehmer — zum allergrößten Teil Landratten, die nie schwimmen gelernt haben — in ihrem eigenen Tempo zu Wasserratten werden.

Der wichtigste Schritt ist oft, erst einmal die Angst vor dem Schwimmen zu verlieren. Viele der Migranten haben einen Teil ihrer Reise auf schwankenden Schlauchbooten zurückgelegt, einige unbegleitete Minderjährige vielleicht sogar ihre Familie an das Meer verloren. Im Laufe des Kurses gewinnen die meisten schnell ein gutes Wassergefühl und lernen erste Schwimmtechniken. „Wir sehen, dass es richtig was bringt. Rund 75 Prozent können hinterher Brustschwimmen — inklusive Atemtechnik“, so Weber.

Viele erschwimmen sich so das Seepferdchen oder sogar das Bronzeabzeichen, und einige sind so gut, dass sie selbst zu Trainern werden. Ali Ebrahimi zum Beispiel ist im Frühjahr letzten Jahres zum ersten Mal in seinem Leben geschwommen — heute hat er einen Übungsleiterschein und bringt anderen das Schwimmen bei: „Ich weiß, wo die Probleme liegen und wie man das Schwimmen richtig erklärt“. Außerdem lerne man im Kontakt mit den Kindern viele verschiedene Kulturen und Geschichten kennen, fügt sein Trainerkollege Obaida Ali hinzu.

Die Sprachdifferenzen, die zu Beginn der Kurse Anfang letzten Jahres noch eine Verständigung mit Händen und Füßen nötig machten, sind heute kein Problem mehr: Die fremdsprachlichen Ausbilder decken inzwischen 16 verschiedene Sprachen ab. Unabhängig vom Asylstatus können alle geflüchteten Kinder und Jugendlichen an den Kursen teilnehmen. Aix-la-Sports versucht dabei, möglichst zuerst die älteren Jugendlichen aufzunehmen, um ihnen die Möglichkeit zu geben, noch vor dem Erwachsenwerden schwimmen zu lernen.

Die Kosten für den Unterricht der unbegleiteten Minderjährigen hat von Beginn des Projektes die „Nele und Hanns Bittmann Stiftung“ übernommen. Auch die Rotary Clubs haben sich in diesem Jahr besonders auf die Unterstützung von Flüchtlingen konzentriert. „Bei der Arbeit mit Flüchtlingen hat sich schnell herausgestellt, dass insbesondere Schwimmen ein Defizit ist“, so Dr. Rainer Gödeke vom Rotary Club Frankenberger. Dank der Spende des Clubs — gesammelt auf einem Benefiz-Golfturnier im Sommer — kann in der Elisabethhalle weiterhin mit viel Spaß an diesem Defizit gearbeitet werden.