Aachen: Romy Lang mit Aachener Tierschutzmedaille ausgezeichnet

Aachen: Romy Lang mit Aachener Tierschutzmedaille ausgezeichnet

Es war die nun bereits achte Aachener Tierschutzmedaille, die am Wochenende im Rahmen einer Benefizgala zugunsten des Tierheims Aachen im Ballsaal des Alten Kurhauses verliehen wurde.

Geehrt wurde damit die seit mehr als 30 Jahren engagierte Tierschützerin Romy Lang, die 1988 zusammen mit ihrem Mann Paul-Günter die gemeinnützige Tierschutzgesellschaft (GTG) gegründet hat und heute auf ihrem Anwesen in Kornelimünster 130 Schützlingen, vom Entenküken bis zum Pferd, einen geschützten und umsorgten Lebensraum bietet.

Doppelmoderation

In der Doppelmoderation der ersten Preisträgerin einer Tierschutzmedaille, Dr. Claudia Ludwig, sowie des 1. Vorsitzenden des Tierschutzvereins für die Städteregion Aachen, Lutz Vierthaler, eröffnete Detlef Malinkewitz, Mitarbeiter des Kulturbetriebes Aachen, als singendes Allroundtalent — von Elvis bis Frank Sinatra - das Programm. Und dennoch: Konkurrenz boten ihm durchaus die „Filmpfoten“ Nesquik, Jo Jo und der Charmeur Tom Tom, die es dank ihrer Ausbildung durch die Tierarzthelferin und Filmtrainerin Claudia Neumann längst zu Film- und Fernsehberühmtheiten geschafft haben. Schnell hatten sie es verstanden, das Publikum in Schmusestimmung zu versetzen, genossen das Streicheln und die Küsschen. „Schließlich sollen auch Hunde Spaß bei der Arbeit haben“, so die Trainerin.

Nicole Kuhn, 1. Vorsitzende des Tierschutzvereins Kreis Aachen, erinnerte an die erste Begegnung mit Romy Lang. Und gleich ihr erster gemeinsamer Fall, sei wie ein Kriminalroman gewesen: Von der Recherche vor Ort und im Internet, Fotografieren von Tieren auf versteckten Wiesen, fingierten Kaufgesprächen bis hin zu abenteuerlichen Beobachtungsposten haben am Ende gleich dazu geführt, dass 13 Ponys und Pferde ein neues Zuhause fanden.

Die Wohnstätte der Tiere bei Romy Lang suche in der Pferdewelt ihres Gleichen und sei 2003 als „Stall des Jahres“ ausgezeichnet worden, so Kuhn. Die Lang’sche Küche wiederum sei Dreh- und Angelpunkt auf dem Hof. Hier würden Babykatzen großgezogen, kleine Entenküken warm gehalten, die später in überdimensionalen Spülbecken die ersten Schwimmversuche machen. „Ziegen-Opi Napoleon“ komme aus dem Garten herein und hole sich einen Leckerbissen, Hunde und Katzen hätten längst erkannt, „dass menschliche Sitzmöbel“ sehr viel bequemer sind, als die bereitstehenden Körbchen“.

Erschütternd waren die Informationen, die Romy Lang in ihrer Dankesrede aufzeigte. „Ist es nicht kulturlos, wenn wir diejenigen von unserem Mitgefühl ausschließen, die in Massenställen leiden, die lebendig geschreddert werden, die in Schlepptauen ersticken und in Schlachthäusern um ihr Leben schreien?“, fragte sie. Weltweit seien im vergangenen Jahr 15 Milliarden Tiere getötet worden. Das bedeute 4756 pro Sekunde.

„Ein Leben ohne Engagement für Tiere und ihren Lebensraum ist möglich, aber in meinen Augen sinnlos“, so die Tierschützerin, die mit ihrem Ehemann ein perfektes Team in Sachen Tierschutz darstellt. Silvester-Parties habe er seit 30 Jahren nicht mehr erlebt, stattdessen sitze er um Mitternacht auf Strohballen im Stall und beruhige die Tiere, die Feuerwerk nicht leiden mögen. „Ohne Dich hätte ich das alles niemals geschafft“, dankte ihm Romy Lang.

Wie der Galaabend begonnen hatte, so fand er auch mit Gesang seinen Abschluss. Rick Takvorian und Romy Conzen unterhielten das Publikum mit Soul, Folk, Pop und Rock.