Aachen: Rohrbruch im Präsidium: Polizei in Notdurft-Not

Aachen: Rohrbruch im Präsidium: Polizei in Notdurft-Not

„Die Bediensteten im Aachener Präsidium verzichten - genau seit 9.36 Uhr - auf die Einnahme von Tee, Kaffee und Wasser.“ So begann am Freitag die wohl ungewöhnlichste Pressemitteilung des Jahres der Aachener Polizei. Der Flüssigkeitsverzicht sei nichts Freiwilliges, betonte Polizeisprecher Paul Kemen. „Hat nichts mit Fasten zu tun.“

Es ginge lediglich eine natürliche Körperreaktion, heißt es in seiner augenzwinkernden Mitteilung in eigener Sache, die wir hier weitgehend unbearbeitet wiedergeben:

„Der Grund: Aufgrund eines Rohrbruchs ist die Wasserzufuhr derzeit ins Präsidium unterbrochen. Der Frost hat da wohl zugelangt. Per Mail an alle im Haus am Morgen der Hinweis, bei dringenden Toilettengängen doch bitte die Toiletten in der benachbarten Autowerkstatt oder bei der Hundertschaft (Luftlinie 100 Meter) zu benutzen.

Entsprechend des Harndrangs galt es ab sofort, eine veränderte Weg-/Zeitberechnung anzustellen und zu berücksichtigen. Der Andrang an den Abgabe-(Toiletten) und Ausgabestellen (Wasserhähne). Unter Druck stellt sich manch ein Mitarbeiter die entscheidende Frage, solltest Du wirklich heute noch trinken? Ist es angebracht, etwas zu essen? Wohin damit?

Letztendlich muss dies jeder für sich entscheiden, eine Behördenempfehlung, gar einen Notfallplan, gibt es hierfür nicht. Fest steht: Stand 11.55 Uhr; die Wasservorräte mittels 1,5 Literflaschen sind aufgebraucht. Nachschub muss her.

Die Polizeikantine hat unterdessen Wasser aus der Küche des Finanzamtes besorgt. Hier eine ganz andere Fragestellung: Wie wird dies verrechnet? Mit Steuernummer? Ohne? Man will und darf ja auch nix verkehrt machen. Bis 15 Uhr soll das so gehen. Ich muss mal zur Werkstatt ...“

(red/pol)
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