Aachen: Römertherme bald Bahkauvs Nachbarin?

Aachen: Römertherme bald Bahkauvs Nachbarin?

Das Bachkalb - der Öcher nennt es Bahkauv - soll quasi eine eigene Badewanne bekommen. Und zwar eine von höchstem historischen Wert. Die Idee: Der Platz, auf dem das Bahkauv steht, soll neu gestaltet werden und der immer noch auf dem städtischen Bauhof darbenden „Büchel-Therme” eine neue Heimat bieten.

Oder zumindest dem Teil, der übrig ist. Aufgetaucht war die archäologische Sensation 2001 beim Bau der neuen Mayerschen Buchhandlung.

Zunächst war der Fund vom Bagger „bearbeitet” worden, bevor man die Zerstörung des wertvollen Relikts stoppte. Danach ist hin- und herüberlegt worden, was man mit dem Teil der ursprünglich zehn Meter im Durchmesser großen Apsis machen soll.

Jetzt scheint die ultimative Lösung zu winken. Laut Verwaltungsvorlage für die Bezirksvertretung Mitte und den Planungsausschuss soll die Therme 70 Meter von ihrem Fundort entfernt in den Platz neben dem „Red House” - er würde dann neu gestaltet und vergrößert - integriert werden.

Das ist noch nicht alles. Über die bloße Präsentation der Fundstücke hinaus soll dort, wo das Bahkauv der Sage nach die nächtens betrunken heimkehrenden Männer erschreckte, die Geschichte der Thermenanlage und der Quellen didaktisch aufbereitet werden.

Schautafeln und Ähnliches sollen das Ganze illustrieren. Auf der Oberfläche des Platzes soll mit einer entsprechenden Gestaltung ein Teil der Therme nachgezeichnet werden.

Bis es soweit ist, müsste - einen entsprechenden politischen Beschluss vorausgesetzt - noch einiges an Vorarbeit geleistet werden. Das bezieht sich nicht nur auf die Gestaltung des Platzes, sondern auch auf die statische Seite.

Jeder der drei Steinquader wiegt nämlich so viel wie ein Panzer - rund 30 Tonnen pro Stück. Wegen der Unwägbarkeiten in diesen Zusammenhängen stellt die Verwaltung zum jetzigen Zeitpunkt auch noch keine Kostenschätzung auf.

Sollte die Idee Wirklichkeit werden, würde eine unendlich scheinende Geschichte doch noch ein gutes Ende nehmen. Seit acht Jahren wird geprüft. Eigentlich sollte die Therme einen Platz im Elisengarten erhalten.

Durch die jüngsten archäologischen Funde dort und das nun entstehende archäologische Fenster ist aber für die Therme kein Platz mehr. Als nächstes blickte man Richtung Kurgarten in Richtung Carolus-Therme - und verwarf die Idee wieder.

Der räumliche Bezug zum innerstädtischen Fundort fehlt dort ganz und gar. Wie wär´s also mit dem Augustinerplatz? Kam auch nicht in Frage, weil zu wenig freie Fläche vorhanden ist.

Nächste Idee: Der Eingang in den Elisengarten nahe der Deutschen Bank - was auch „technischen Gründen” nicht funktioniert. Einen Schritt weiter - bis hin zum Entwurf - war man beim Standort Bücherplatz gegenüber dem Fundort.

Das stieß, so die Verwaltung, beim Eigentümer der Fläche wegen des technischen Aufwands nicht auf Gegenliebe. Das darunter liegende Parkhaus hätte eine stabilere Decke bekommen müssen. Und nun also das sagenumwobene Bahkauv. Neben der Legende würde dann ein sehr reales Stück Aachener Geschichte stehen.

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