Aachen: Rocknacht: Viele Geburtstagständchen mit handfester Note

Aachen: Rocknacht: Viele Geburtstagständchen mit handfester Note

Herbert Senden strahlte. Für seine Jubiläums-Rocknacht zum 30. Geburtstag der legendären Veranstaltungsreihe hatte er bei der Auswahl der Bands eine glückliche Hand bewiesen. Als „Dr. Rock“ hatte er seinen Patienten als musikalische Vollbehandlung eine „Rock-Therapie“ verordnet.

„Alles was grooved und rockt“ stand deshalb auf dem imaginären Rezept im Behandlungszentrum „Kappertz-Hölle“ — und die Aachener Musikfans ließen sich vom Schlagsaiten Quantett, von Chief Rockhead und von The Xperience kollektiv behandeln.

Die 47. Schlüsselloch-Rocknacht begann mit einem Novum. Das vierköpfige Schlagsaiten-Quantett war die erste Formation in der langen Geschichte der Rocknächte, die instrumentaler Musik frönten und im Sitzen „rocken“ durften. Schorscho Palm (Akustikgitarre), Django Remmel (Akustikgitarre), Tom Stolpe (Akustikbass) und Guido Breidt (Percussion) kommen alle ursprünglich aus der Elektro-Abteilung und haben mit ihrem feurigen und explosiven Akustik-Mix aus Jazz, Latin, Gipsy und Swing ihre Nische gefunden, die sie bundesweit erfolgreich ausfüllen.

Auch Peter Kappertz, Saalbesitzer und Partner Sendens bei den Rocknächten, ging hinter der Theke beschwingt mit. Schorscho und Co. versprühten absolute Spielfreunde wie alle Bands und scheuen sich auch nicht, klassische Musik, wie den Ungarischen Tanz Nr. 5 von Johannes Brahm, zu interpretieren. Charakteristisch für die Auftritte des Schlagsaiten Quantetts sind Kurzausflüge ins Repertoire anderer Bands wie Metallica oder Pantera. Anschließend rockte der flotte Dreier Chief Rockhead. Marc Mikel (Gitarre/Gesang), Martin Loevenich (Schlagzeug) und Andreas „Malle“ Malangré überzeugten vom ersten Ton an mit schnörkellosem Rock, der durch viele bundes- und europaweite Auftritte gestählt ist. Das Publikum war begeistert.

Ein Geburtstagsständchen der besonderen Art hatten die Retro-Rocker von The Xperience im Gepäck. Meilensteinen der Rock- und Blues-Musik der 1960er bis 1980 Jahre, u.a. von Jimi Hendrix, Deep Purple und Steve Miller Band, hauchten sie neues Leben ein. Besonders auch dann, wenn Will Pütz Kabinettstückchen auf der Gitarre zelebrierte und Dieter Mainz an seiner Hammond-Orgel in bester Manier den Purple-Organisten Jon Lord gab — alles abgefedert durch die brillante Rhythmus-Sektion aus Robbie Leineisser (Bass) und Oli „Bonzo“ Lutter.

Veranstalter zufrieden

Mit der 47. Ausgabe seiner Schlüsselloch-Rocknacht war Herbert Senden zufrieden: „Seitens der Besetzung war die Jubiläumsausgabe einer der besten der vergangenen 30 Jahre. Da stimmte einfach alles. Top Musiker, Top-Repertoire und ein begeisterungsfähiges tolles Publikum.“