Aachen: Richtfest fürs „CDPP“: Ein neuer Leuchtturm für die Photonik

Aachen: Richtfest fürs „CDPP“: Ein neuer Leuchtturm für die Photonik

Dass öffentliche Bauvorhaben eher fertig werden als geplant, gibt es nicht oft. Rund einen Monat vor dem angepeilten Termin fand am Dienstag das Richtfest für das „Center for Digital Photonic Production“ (CDPP) der RWTH auf dem Campus Melaten statt. Nach gerade einmal zehn Monaten steht der 6400 Quadratmeter große Rohbau, wo künftig die Möglichkeiten von Licht als Werkzeug erforscht werden sollen.

Der Forschungscluster Photonik der RWTH erhält für die Gesamtinvestition in Bau und Ersteinrichtung des Gebäudes eine Förderung von Bund und Land in der Höhe von 60 Millionen Euro. Dirk Meyer, Abteilungsleiter im NRW-Wissenschaftsministerium, sah diese gut angelegt: „Man kann hier endlich einmal sehen, was aus dem hart erkämpften Geld wird.“

Auch Thomas Rachel, Parlamentarischer Staatssekretär des Bundesbildungsministeriums, sagte, das sei ein wichtiger Beitrag, um Aachen zum führenden Standort für diese neue Produktionstechnologie zu machen. Aus seinem Ministerium kommt mit 28 Millionen Euro immerhin fast die Hälfte der Förderung.

RWTH-Rektor Ernst Schmachtenberg hob bei seiner Ansprache vor allem einen langjährigen Partner der Universität hervor: „Seit Anfang der 1980er-Jahre ist beispielsweise das Fraunhofer Institut hier vertreten, das hilft einer Hochschule ungemein.“ Neben wissenschaftlichen Instituten spielt die auf dem Campus ebenfalls vertretene immatrikulierte Industrie eine große Rolle.

Mit dem neuen Photonik-Zentrum geht die RWTH ihren Weg der gemeinsamen Forschung von Wissenschaft und Wirtschaft weiter. Zahlreiche namhafte Konzerne wie Philips, Siemens oder BMW sowie regionale Unternehmen beteiligen sich etwa am Betrieb der Forschungsanlagen und Geräte.

Freiräume durch Effizienz

Treffend zum Thema seiner Forschung sagte Reinhart Poprawe, er wolle an dem Standort „für die Photonik einen Leuchtturm aufbauen“. Der Leiter des RWTH-Clusters Photonik ging aber auch auf die gesellschaftlichen Folgen der Automatisierung in der Produktion ein, sieht das Land NRW hierbei aber gut aufgestellt. Dieser Wandel schaffe zwar neue Freiräume durch Effizienz, welche aber mit Bildung gefüllt werden müssten. „Ich glaube, das hat unsere Landesregierung wirklich verstanden“, sagte er. „Man könnte hierbei auch von einem Strukturwandel 2.0 sprechen.“

Der Forschungskomplex ist ein weiterer Schritt zum Ausbau des Campus Melaten und der Entwicklung von Zukunftstechnologien. Licht könnte dabei als Werkzeug eine herausragende Rolle spielen. Gebündeltes Licht, das zu Laserstrahlen konzentriert wird, ist schon heute das präziseste Produktionswerkzeug, besonders hinsichtlich Steuerung und Dosierung. Damit sind große und kleine Stückzahlen selbst mit komplexer Geometrie herstellbar. Wenn alles nach Plan läuft, wird das neue Gebäude Mitte 2017 bezugsfertig sein.