Aachen: Richtericher Tollität kommt als jecker Phönix aus der Asche

Aachen: Richtericher Tollität kommt als jecker Phönix aus der Asche

In Aachens Stadtbezirk Richterich haben sich alle Mühen der vergangenen Wochen gelohnt. Mit Kai Thomas alias Dietmar Specht konnte im Rahmen der Gala-Sitzung mit Last-Minute-Prinz Dietmar I. die neue Richtericher Tollität proklamiert werden.

An seiner Seite stehen nicht nur die 1. Richtericher KG „Koe Jonge“ und die Prinzengarde Richterich, sondern als „Hofstaat“ die vier Paginnen Manuela Errens, Birgit Hütten, Hilde Fichte und Marion Theile sowie die Showtanzgruppe Marangis. Alle halten ihm auf der Bühne den Rücken frei.

„Es war fünf vor zwölf, aber es ist uns im Kollektiv gelungen, die Tradition der Richtericher Prinzen lückenlos fortzusetzen“, freut sich „Koe Jonge“-Präsident Patrick Poqué über den gelungenen Coup. Eingefädelt hatte ihn Ex-Prinzessin Manuela Errens, die sich aufgrund eines aktuellen Videoclips im Internet an den Schlagersänger Kai Thomas erinnert hat und ihn kurzerhand motivieren konnte, nach über 15 Jahren Abstinenz wieder auf eine Bühne zurückzukehren — diesmal als Prinz von Richterich.

Und bei der Proklamation hat der 51-jährige Berufskraftfahrer seine Sache richtig gut gemacht. Nach nur drei Wochen Vorbereitungszeit und vielen schlaflosen Nächten wurde Dietmar Specht von der Prinzengarde in einem Einkaufswagen als Rosenkavalier in den Horbacher Saal Bosten geschoben und von seinen jubelnden närrischen Untertanen empfangen.

„Mir ist schon mulmig, und ich weiß nicht, was mich da drinnen erwartet“, hatte der echte Öcher Jong schon Bammel vor der Proklamation. Die Angst war unbegründet, denn Specht — ganz Bühnenprofi — rockte nach seiner Proklamation mit seinen Prinzenliedern „Heut tanzt der Prinz im Saal“ und „Samba Caramba“ die Hütte und hinterließ einen sehr guten Eindruck. Sogar „Söckelchen“ Franz-Josef Jacobi, Sprecher der Ehrenhüte, war begeistert und lobte die neue Tollität.

Auch bei der Wahl des neuen Kinderprinzen Leon I. haben die „Koe Jonge“ eine glückliche Hand bewiesen. Zum Motto „Leon I. verzaubert Richterich“ war das knackig-kurze und wirkungsvolle Prinzenspiel an Harry Potter angelegt. Zehn Zauberer (Hofstaat) versammelten sich kurzerhand um einen großen Zauberkessel, fügten als wichtigen Zutaten für einen Richtericher Kinderprinzen — Humor, Spaß, Freunde, Geselligkeit und Knochen — hinein, und nach einem kollektiven Zauberspruch sprang Leon I. aus dem Kessel.

Auf der Bühne hat der Schüler des GSG Richterich keinerlei Berührungsängste. Der Spaß, den Leon und seine Truppe verbreiten, ist anstecken. Mit diesen beiden Prinzen — Volksprinz Dietmar I. und Kinderprinz Leon I. — kommt auf die Richtericher Jecken närrische Urgewalt zu.

Im Rahmen der Gala-Sitzung wurden Günther Wynands und Leo Förster zu neuen Ehrenhüten ernannt.