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Aachen: Revoluzzer mischen das Metier auf

Aachen : Revoluzzer mischen das Metier auf

Auf den ersten Blick sieht es in der Aula der 4. Aachener Gesamtschule etwas chaotisch aus. Tische und Stühle sind im Raum verteilt, überall stehen kleine Snacks herum, und junge Menschen wuseln durcheinander.

Es ist Probenzeit für die rund 30 Sängerinnen und Sänger, die Band und Teile des Orchesters von „Floodlight Musicals“, der studentischen Musicalgruppe, die im Juni 2017 mit ihrer ersten Aufführung (gespielt wurde „Rent“ von Jonathan Larson) einen großen Erfolg feiern konnte.

Setzen eine ganze Reihe bekannter Musicals neu in Szene: Die Schüler der 4. Gesamtschule fiebern der Gala im Brüssel-Saal des Eurogress entgegen. Foto: Heike Lachmann

In diesem Jahr hat sich die insgesamt 80-köpfige Gruppe kein spezielles Werk vorgenommen, sondern möchte bei ihrer Musical-Gala, die am Samstag, 12., und Sonntag, 13. Mai, im Brüssel-Saal des Eurogress stattfindet, Stücke aus verschiedenen Musicals präsentieren. Den Grund dafür erklärt Pinkas Hoffmann, erster Vorsitzender von „Floodlight Musicals“: „Für viele Musicals sind die Lizenzen extrem teuer.“

Für andere, wie beispielsweise das aktuell sehr erfolgreiche Hip-Hop-Musical „Hamilton“ über den amerikanischen Gründervater Alexander Hamilton bekommt man in Deutschland gar keine Lizenzen. Und da es so viele schöne Musicals gibt und „Floodlight Musicals“ am liebsten alle spielen würde, entschied man sich stattdessen für eine bunte Collage, die durch das Überthema „Revolution“ geprägt sein wird. Man kann also gespannt sein auf Lieder aus „Les Miserables“, „Hamilton“, natürlich aus „Rent“ und vielen, vielen mehr.

Ausgefeilte Choreographien

Seit Oktober 2017 bereits probt die Gruppe für das neue Stück. Bei den Proben zu „Don‘t break the rules“ aus „Catch me if you can“ kann man nicht nur die Leistung von Solist Lukas Kaiser bewundern, sondern auch die ausgefeilte Choreographie. Sie stammt von Regisseurin Claire Bohn, die zu nahezu jedem Stück auch passende tänzerische Darbietungen erarbeitet hat. Nicht immer sind auch alle Sänger auf der Bühne, manchmal verbirgt sich ein Teil des Ensembles im Hintergrund. Doch bei „Waving through a window“ (Sänger: Simon Braun) aus „Dear Evan Handsome“ sind dann mal alle auf der Bühne. Die meisten Mitglieder sind Studierende, es gibt eine Schülergruppe und ein paar junge Menschen, die bereits im Arbeitsleben stehen.

Die jungen Leute machen nahezu alles in Eigenregie: Kostüme, Bühnenbild, Technik und Musik. Gleich vier Verantwortliche gibt es allein im musikalischen Bereich. Dirigent Dirk Beyer, Chorleiter Simon Braun und die Band-leiter Nicolas Bülk und Benedikt Mauer müssen eng zusammenarbeiten, damit der Klangteppich einheitlich gewoben wird. Es ist schon eine beeindruckende Leistung, neben Studium, Schule oder Arbeit ein solches Projekt auf die Beine zu stellen. Hilfe gibt es von der Bürgerstiftung Lebensraum Aachen, die die Gruppe finanziell unterstützt, Spenden einsammelt, Versicherungskosten übernimmt und einen Teil der PR- und Öffentlichkeitsarbeit leistet. Die Stiftung unterstützt bürgerschaftliches Engagement insbesondere im kulturellen Bereich — und hat in „Floodlight Musicals“ ganz offensichtlich einen guten Partner gefunden.