Reparaturen des Aachener Doms sind teuer und aufwendig

Rundgang mit Dombaumeister Helmut Maintz : Die großen Projekte der kleinen Dombauhütte

Einen neuen Dachstuhl für die Taufkapelle am Aachener Dom. Eine neue Glasfassade für die Domsingschule und viel Arbeit im Heizungskeller des Aachener Münsters: Die Dombauhütte hat viel zu tun. Ein kleiner Rundgang mit Dombaumeister Helmut Maintz.

„Wie das immer so ist, wenn man richtig nachschaut, dann sind die Schäden doch schlimmer als zunächst befürchtet.“ Wenn Helmut Maintz über seine Arbeit in der Dombauhütte erzählt, in diesem Fall von der aktuellen Großbaustelle Taufkapelle, dann hat der langjährige Dombaumeister – trotz unerwarteter Schäden im Dachstuhl und einer Kostensteigerung von einer halben Million auf 750.000 Euro – ein wissendes Lächeln auf den Lippen. Seit mehr als 30 Jahren arbeitet der Bauingenieur am Aachener Dom, seit 1997 trägt er die Verantwortung für die Dombauhütte. Und er weiß: Das Münster und alles, was dazu gehört, macht viel Arbeit.

Während die Arbeiten an der Taufkapelle also in vollem Gange sind, bereiten Maintz und sein Team – bei der Dombauhütte arbeiten gerade einmal vier Menschen – das nächste Großprojekt vor. Von der Taufkapelle sind es über die Ritter-Chorus-Straße nur wenige Schritte bis zum Katschhof. Hier steht die Domsingschule, und die braucht dringend neue Glasfassaden. Maintz sagt: „Wir haben in der Schule das Problem, dass es an warmen Sommertagen einfach viel zu heiß wird in einigen Räumen. Das können wir weder den Schülerinnen und Schülern noch dem Personal auf Dauer zumuten.“ Der Plan sieht daher vor, dass im kommenden Jahr, und zwar während der Sommerferien, die komplette Glasfassade erneuert wird. Spezielles Wärmeschutzglas soll her. Kostenpunkt: etwa eine Million Euro. Und etwa ein halbes Jahr Lieferzeit. „Darum müssen wir auch jetzt schon alles vorbereiten, damit wir in den Sommerferien auch tatsächlich die Fenster einsetzen können.“

Von der Schule blickt Maintz in Richtung Münster, genauer gesagt an den Fuß der imposanten Kirche. Seit mehreren Jahren ist die Umfassung der Kirche an einer Stelle mit einer sogenannten Ziegelsteinplombe ausgebessert. Das alte Fundament sei schlecht gearbeitet, erklärt Maintz, das lose Geröll drücke die kleine Mauer in Richtung Katschhof. „Wir haben uns ganz bewusst gegen eine ‚schöne’ Ausbesserung entschieden, weil wir die Mauer irgendwann sowieso neu machen müssen.“ Die Besucher des Doms sollten ruhig sehen, dass das Münster eine Dauerbaustelle ist und dass Reparaturen Geld kosten, das nicht immer in Hülle und Fülle zur Verfügung steht.

Es tropft in den Keller: Helmut Maintz, Aachens Dombaumeister, inspiziert den Heizungskeller unterhalb des Münsters. Foto: ZVA/Sarah-Lena Gombert

Sicherheit an erster Stelle

Denn Maintz muss gut haushalten, um den Dom in Schuss zu halten. Und das beinhalte eben auch, diverse Arbeiten nach einer Prioritätenliste abzuarbeiten. „Die Sicherheit steht für uns an erster Stelle: die des Doms und selbstverständlich die der Besucher.“

Die „Ziegelsteinplombe“ am Katschhof hat die Dombauhütte ganz bewusst nicht optisch angepasst. Die Besucher sollen ruhig sehen, dass die Reparaturen aufwendig sind und Geld kosten. Foto: ZVA/Harald Krömer

Neben 160.000 Euro, die das Bistum jährlich zahlt kommen großzügige Spenden des Dombauvereins von rund 260.000 Euro auf das Konto der Dombauhütte. „Darüber hinaus bemühen wir uns natürlich um verschiedene Förderprogramme“, sagt Maintz. Beispielsweise habe man für die Sanierung der Orgel Bundesmittel einwerben können.

Mehr Spenden wären schön

Darum appelliert der Dombaumeister an die Aachener Bevölkerung und vor allem an die vielen Touristen, die tagtäglich das Münster besuchen: „Wir zählen jährlich rund 1,2 Millionen Touristen, die kostenlos den Dom besichtigen. Wenn nur jeder dritte von ihnen einen Euro spenden würde, dann wäre uns sehr geholfen.“ Er würde sich außerdem freuen, wenn mehr Aachener Bürgerinnen und Bürger dem Dombauverein beitreten würden, um das Bauwerk zu unterstützen. „Der Jahresbeitrag liegt bei 20 Euro, das ist doch für viele durchaus machbar“, sagt Maintz mit einem Augenzwinkern.

Dann geht es ins Kellergeschoss: Unter dem kleinen Hof, der genau zwischen Katschhof und Krämerstraße liegt, befindet sich der Heizungskeller des Doms. Und selbst für Laien wird schnell deutlich: Das „Dach“ dieses Kellers ist nicht ganz dicht, der Keller ist feucht. „Natürlich muss es in den technischen Räumen nicht so schön sein wie im Dom selbst“, sagt Helmut Maintz. Doch die Funktionalität der technischen Anlagen dürfe natürlich nicht gefährdet sein.

Denn unter anderem bei den großen Ereignissen rund um den Dom – sei es das Spektakel rund um 40 Jahre Weltkulturerbe im vergangenen Jahr oder die Heiligtumsfahrt im Jahr 2021 – muss natürlich alles funktionieren. Damit Aachener und auswärtige Gäste den Besuch ihres Doms auch richtig genießen können.

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