Aachen: Rembrandt-Schau: Die gespiegelte Faszination

Aachen: Rembrandt-Schau: Die gespiegelte Faszination

Den Moment und das Objekt festhalten in feinsten und detallierten Radierungen - so kennen wir Rembrandt. Wie aber hat er seine Motive in Wirklichkeit gesehen? Eine Antwort auf diese Frage sucht die Ausstellung „Rembrandt gespiegelt” im Suermondt-Ludwig-Museum.

Durch Spiegelungen der Kunstwerke entstehen die Bilder so, wie sie auf den Kupferplatten waren, die Rembrandt für seine Radierungen verwendete. Durch die Spiegelung scheinen manche Werke dynamischer und heller. Oftmals entdeckt man so auch vermeintliche „Fehler”: Denn bei Reproduktionsgrafik entstehen oftmals Bilder, die seitenverkehrt sind.

Die Besucher der Eröffnung am Freitagabend zeigten sich begeistert von der Heransgehensweise: „Ich bin fasziniert von den feinen Zeichungen, die Rembrandt anfertigen musste, bevor er den Kupferstich machen konnte. Das ist für die damalige Zeit ein Wunder”, meinte bispielsweise Arthur Wolfgang Bolze aus Aachen.

„Kleine Werke betrachtet man viel genauer, gerade die von Rembrandt. Dies ist so viele Lichtjahre entfernt von dem Zeichnen, das man selbst versucht. Es ist großartig”, fand Georgine Schornstein. Auch aufLiesel Retezki übte die Schau eine große Fazination aus: „Wenn man das fertige Gemälde sieht, hat man sich gar keine Gedanken darüber gemacht, wie es zu Stande gekommen ist.” Es sei interessant, sich damit zu beschäftigen, warum Rembrandt meist gar nicht darauf geachtet habe, dass das fertige Bild seitenverkehrt ist. „Was hat ihn wohl dazu bewogen?”, fragte sich die Besucherin.

Anna Sommer hatte es indes in die Ausstellung gezogen, weil sie gerade ein Buch über Rembrandt gelsesen hat: „Ich bin hin- und hergerissen von der Wirkung von Originalen und Spiegelungen. Beides hat in seiner Wirkung seine Berechtigung. Ich wusste vorher nicht, dass es so viele Spiegelungen zu sehen gibt. Ich bin nun überrascht über die Wirkung.”

Heinz-Gerd Karhausen hat während seiner Ausbildung zum Architekten selber zeichnen gelernt und Radierungen angefertigt: „Ich weiß wie kompliziert es ist, sie seitenverkehrt auf die Platte zu bringen, wenn man es dann richtig gedruckt haben will.”

Wer sich selbst faszinieren lassen will, hat dazu bis 5. Februar im Suermondt-Ludwig-Museum, Wilhelmstraße, Gelegenheit.

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